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Nicht von schlechten Eltern

Kurz gesagt

Ziemlich gut, kräftig oder beachtlich, oft deutlich besser oder heftiger, als man erwartet hätte.

Auf Englisch
Not too shabby
Nothing to sneeze at
Auch gesagt
Nicht von schlechten Eltern sein

Was bedeutet „Nicht von schlechten Eltern“?

Was nicht von schlechten Eltern ist, ist erstaunlich gut, stark oder heftig. Die Wendung ist ein typisches Understatement: Man sagt „nicht schlecht“ und meint „beeindruckend“. Ein Torschuss, eine Rede, ein Gewitter, eine Rechnung oder eine Ohrfeige können nicht von schlechten Eltern sein. Der Duden umschreibt es mit „gar nicht so schlecht, nicht zu unterschätzen“ und bezieht es vor allem auf die Art, wie etwas ausgeführt ist.

Gesagt wird sie anerkennend, oft mit einem Schmunzeln, manchmal auch mit einem leisen Schrecken, wenn das Beachtliche unangenehm ist: Eine Nachzahlung, die nicht von schlechten Eltern ist, tut weh. Über Menschen selbst sagt man sie kaum, sie zielt auf eine Leistung oder eine Sache. Wer sie wörtlich nimmt und an die Herkunft eines Menschen denkt, missversteht sie. Mit tatsächlichen Eltern hat die Wendung heute nichts mehr zu tun.

Woher kommt „Nicht von schlechten Eltern“?

Hinter der Wendung steht die alte Vorstellung, dass gute Eigenschaften von guten Eltern stammen. Etwas, das nicht von schlechten Eltern ist, hat also eine gute Herkunft und muss entsprechend taugen. Auf Dinge und Leistungen übertragen, wurde daraus das heutige anerkennende „ziemlich gut“.

Wander verzeichnet 1867 in seinem Deutschen Sprichwörter-Lexikon „Nicht von schlechten Eltern“ mit der knappen Erklärung „Nicht übel, gut“. Die heutige Bedeutung war also schon im 19. Jahrhundert geläufig. Wann und wo die Wendung entstand, ist nicht belegt. Manche Darstellungen vermuten, sie habe zunächst einen Menschen aus angesehenem, wohlhabendem Haus bezeichnet und sei erst im 19. Jahrhundert auf Sachen übertragen worden.

Beispiele aus dem Alltag

  • Nach dem Gewitter steht der halbe Garten unter Wasser. „Das war nicht von schlechten Eltern“, sagt Herr Yilmaz und holt die Gummistiefel.

  • Kim zirkelt den Freistoß in den Winkel. Selbst der gegnerische Torwart nickt anerkennend: „Nicht von schlechten Eltern.“

  • „Die Heizkostenabrechnung ist dieses Jahr nicht von schlechten Eltern“, schreibt Lara in die WG-Gruppe und hängt ein Foto an.

Häufige Fragen

Ist „nicht von schlechten Eltern“ ein Kompliment?

Meistens lobt „nicht von schlechten Eltern“ eine Sache als erstaunlich gut. Bei unangenehmen Dingen wie einer Rechnung oder einem Unwetter betont es dagegen, wie heftig sie ausgefallen sind.

Kann man „nicht von schlechten Eltern“ über einen Menschen sagen?

Das ist unüblich und missverständlich, weil man dann an die echten Eltern denkt. Die Wendung bezieht sich fast immer auf eine Leistung oder eine Sache.

Wie sagt man „nicht von schlechten Eltern“ auf Englisch?

Ähnlich untertreibend sind „not too shabby“ und „nothing to sneeze at“. Beide loben etwas, indem sie es scheinbar herunterspielen.

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