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Ein Tropfen auf den heißen Stein

Kurz gesagt

Eine Hilfe oder Maßnahme, die gemessen am großen Bedarf viel zu gering ist und praktisch nichts bewirkt.

Auf Englisch
A drop in the ocean
A drop in the bucket
Auch gesagt
Ein Tropfen auf dem heißen Stein
Ein Tropfen auf einen heißen Stein

Was bedeutet „Ein Tropfen auf den heißen Stein“?

„Ein Tropfen auf den heißen Stein“ ist etwas, das gemessen am Bedarf so wenig ist, dass es kaum etwas bewirkt. Das DWDS umschreibt es mit „kaum, gar nicht wahrzunehmen, viel zu wenig“. Man sagt es über eine Spende, die eine große Not nicht lindert, über eine Gehaltserhöhung, die die gestiegene Miete sofort auffrisst, oder über ein Förderprogramm, das nur eine Handvoll Schulen erreicht. Meist steht es mit „nur“ oder „nicht mehr als“, und fast immer geht es um Geld, Personal oder Zeit.

Der Ton ist kritisch oder resigniert, aber sachlich; in Politik und Presse ist die Wendung sehr häufig. Wer sie benutzt, erkennt die Hilfe oft durchaus an und sagt zugleich, dass sie nicht reicht. Leicht verwechselt wird sie mit „Steter Tropfen höhlt den Stein“, das fast das Gegenteil meint: Dort bewirken viele kleine Tropfen auf Dauer viel. Neben dem Akkusativ „auf den heißen Stein“ ist auch der Dativ „auf dem heißen Stein“ üblich.

Woher kommt „Ein Tropfen auf den heißen Stein“?

Das Bild ist leicht nachzuvollziehen: Ein Wassertropfen, der auf einen glühend heißen Stein fällt, zischt kurz auf und verdampft, ohne den Stein abzukühlen. Ein bestimmter Ursprung, etwa in einem Handwerk, ist nicht überliefert.

Die Wendung ist vergleichsweise jung. Das DWDS datiert „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Grimms Wörterbuch nennt Friedrich Ludwig Jahn, bei dem Klagen „tropfen auf einem glühenden stein“ sind, und Karl von Holtei, bei dem kleine Ersparnisse in große Bedürfnisse geworfen werden, „eben nur flüchtige tropfen auf einen heiszen stein“. Wander verzeichnet „Das ist ein Tropfen auf einen heissen Stein“ als Redensart. Eine ältere Verwandte ist „ein Tropfen ins Meer“, die Wander mit französisch „une goutte d’eau dans la mer“ vergleicht.

Beispiele aus dem Alltag

  • Die Stadt stellt zwei zusätzliche Erzieherinnen ein. „Bei 300 fehlenden Kitaplätzen ist das ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt die Elternvertreterin.

  • Paul bekommt 40 Euro mehr Bafög, seine Miete ist gerade um 80 Euro gestiegen. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, schreibt er seiner Schwester.

  • Nach dem Hochwasser sammelt die Klasse 7b beim Kuchenverkauf 312 Euro. „Vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber er kommt von Herzen“, sagt Klassenlehrer Herr Yılmaz.

Häufige Fragen

Woher kommt „ein Tropfen auf den heißen Stein“?

„Ein Tropfen auf den heißen Stein“ beruht auf einer einfachen Beobachtung: Ein Wassertropfen verdampft auf einem glühenden Stein sofort, ohne ihn abzukühlen. Das DWDS datiert die Wendung in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, Grimms Wörterbuch belegt sie unter anderem bei Friedrich Ludwig Jahn und Karl von Holtei.

Heißt es „auf den heißen Stein“ oder „auf dem heißen Stein“?

Beides ist üblich. Das DWDS führt „ein Tropfen auf den heißen Stein“ und „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, die etymologische Angabe nennt die Dativform. Der Akkusativ betont den fallenden Tropfen, der Dativ den Tropfen, der auf dem Stein liegt.

Wie sagt man „ein Tropfen auf den heißen Stein“ auf Englisch?

Im britischen Englisch sagt man „a drop in the ocean“, im amerikanischen eher „a drop in the bucket“. Beide meinen wie die deutsche Wendung eine Menge, die angesichts des Bedarfs nicht ins Gewicht fällt.

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