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Die Ohren steifhalten

Kurz gesagt

Den Mut nicht verlieren und in einer schwierigen Lage durchhalten; oft als Abschiedsgruß: „Halt die Ohren steif!“

Auf Englisch
Keep your chin up
Keep a stiff upper lip
Auch gesagt
Die Ohren steif halten
Halt die Ohren steif!

Was bedeutet „Die Ohren steifhalten“?

Wer die Ohren steifhält, verliert nicht den Mut und hält in einer schweren Zeit durch. Am häufigsten begegnet die Wendung als aufmunternder Zuruf: „Halt die Ohren steif!“ sagt man zum Abschied, wenn jemand eine Prüfung, eine Operation, eine Trennung oder einen harten Job vor sich hat. Sie ist umgangssprachlich, herzlich und ein wenig burschikos, eher etwas für Freunde und Familie als für das Bewerbungsgespräch.

Das DWDS verzeichnet neben „den Mut nicht verlieren“ eine zweite Bedeutung: „gesund bleiben“. Beim Abschied verschwimmt beides, der Satz heißt dann so viel wie „Mach’s gut und lass dich nicht unterkriegen“. Als Gegenteil gilt „die Ohren hängen lassen“. Nach den geltenden Rechtschreibregeln schreibt man das Verb in der übertragenen Bedeutung zusammen („steifhalten“), getrennt nur, wenn etwas wörtlich steif gehalten wird. In der Befehlsform „Halt die Ohren steif!“ ist der Unterschied ohnehin nicht zu sehen, und die getrennte Schreibung ist im Alltag noch weit verbreitet.

Woher kommt „Die Ohren steifhalten“?

Das Bild stammt aus der Tierwelt. Pferde und Hunde stellen die Ohren auf, wenn sie wach und aufmerksam sind, und lassen sie hängen, wenn sie müde oder eingeschüchtert sind. Lutz Röhrich stellt die Wendung deshalb neben „die Ohren spitzen“ und erklärt, sie sei vom Tier, „besonders von Pferd und Hund, auf den Menschen übertragen“. Bei ihm bedeutet sie zunächst „wach sein“. Die Tierdeutung passt allerdings besser zu dieser Aufmerksamkeit als zur heute vorherrschenden Bedeutung „tapfer sein“. Wie sich der Sinn vom Wachsein zum Durchhalten verschob, ist nicht genau belegt.

Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon führt „Die Ohren steif halten“ als Redensart und verweist dafür auf ältere Sammlungen, darunter die von Wilhelm Körte. Die Wendung war also spätestens im 19. Jahrhundert geläufig.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Vor ihrer Knie-OP ist Hanna ziemlich nervös. Ihr Bruder schickt ihr morgens eine Sprachnachricht: „Halt die Ohren steif, heute Abend bring ich dir Eis vorbei.“

  • Die Mannschaft liegt zur Halbzeit 0:2 hinten. In der Kabine klatscht der Trainer in die Hände: „Ohren steifhalten, Jungs, das Spiel ist noch nicht gelaufen.“

  • Opa Werner bringt seine Enkelin zum Bahnhof, sie geht zum ersten Mal allein ins Ausland. „Und immer schön die Ohren steifhalten“, ruft er ihr noch hinterher.

Häufige Fragen

Schreibt man „steifhalten“ zusammen oder getrennt?

In der Redewendung schreiben Duden und DWDS zusammen: „die Ohren steifhalten“. Getrennt schreibt man nur die wörtliche Bedeutung, etwa „das Bein steif halten“. Die ältere Schreibung „steif halten“ ist aber noch sehr verbreitet.

Was meint man, wenn man jemandem „Halt die Ohren steif!“ sagt?

Der Satz ist ein freundlicher Abschiedsgruß und heißt so viel wie „Lass dich nicht unterkriegen“ oder „Bleib gesund“. Man sagt ihn vor allem Menschen, die gerade etwas Schweres vor sich haben.

Was ist das Gegenteil von „die Ohren steifhalten“?

Das Gegenteil ist „die Ohren hängen lassen“, also mutlos und niedergeschlagen sein. Beide Wendungen gehen auf das Bild von Tieren mit aufgestellten oder hängenden Ohren zurück.

Wie sagt man „Halt die Ohren steif“ auf Englisch?

Als Zuspruch passt „Keep your chin up!“. Oft wird auch „keep a stiff upper lip“ genannt, das aber stärker betont, Gefühle nicht zu zeigen.

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