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Et hätt noch immer jot jejange

Kurz gesagt

Kölsch für „Es ist noch immer gut gegangen“: Zuversicht, dass sich die Dinge fügen werden, auch ohne großen Plan.

Auch gesagt
Et hätt noch emmer joot jejange
Et hät noch immer jot jejange

Was bedeutet „Et hätt noch immer jot jejange“?

Hochdeutsch: „Es ist noch immer gut gegangen.“ Mit dem kölschen Satz beruhigt man sich und andere, wenn etwas knapp, riskant oder improvisiert ist: Es hat bisher immer geklappt, warum also nicht auch diesmal. Er gehört zum sogenannten Kölschen oder Rheinischen Grundgesetz, einer Sammlung rheinischer Redensarten, und steht dort als Artikel 3. „Jot“ heißt gut, „jejange“ gegangen.

Die Zuversicht hat zwei Seiten. Liebevoll gesagt, steckt darin rheinische Gelassenheit: nicht alles zerdenken, Vertrauen haben. Das Kölsch-Wörterbuch deutet den Satz so: Es gebe eine Vorsehung, gegen die man ohnehin nichts machen könne, also immer mit der Ruhe. Spöttisch gesagt, beschreibt er eine Haltung, die Risiken kleinredet, bis doch einmal etwas schiefgeht. Wikipedia fasst diese zweite Lesart so zusammen: „Wir wissen, es ist Murks, aber es wird schon gut gehen.“ Wer den Satz zitiert, entscheidet mit dem Tonfall, ob er Mut machen oder Leichtsinn aufspießen will.

Woher kommt „Et hätt noch immer jot jejange“?

Wer den Satz zuerst gesagt hat und seit wann er umläuft, ist nicht bekannt. Bekannt gemacht hat ihn vor allem der Kabarettist Konrad Beikircher, der 2001 in seinem Buch „Et kütt wie et kütt. Das Rheinische Grundgesetz“ elf rheinische Redensarten zu einer Art Verfassung zusammenstellte. „Et hätt noch emmer joot jejange“ ist dort Artikel 3. Die Urheber und die Entstehungszeit dieser Sätze sind nach Wikipedia nicht bekannt.

Älter als Beikirchers Sammlung ist der Spruch in jedem Fall. Der „Spiegel“ überschrieb schon 1985 einen Artikel über den früheren Spieler des 1. FC Köln Zlatko Čajkovski mit „Et hät noch immer jot jejange“. Die Schreibung schwankt, wie oft beim Kölschen: „hätt“ oder „hät“, „immer“ oder „emmer“, „jot“ oder „joot“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Die Bühne für das Veedelsfest steht erst seit einer Stunde, der Strom kommt aus einem geliehenen Aggregat. „Und wenn’s regnet?“, fragt die Neue im Orga-Team. Der Vorsitzende grinst: „Et hätt noch immer jot jejange.“

  • Marco hat die Präsentation für morgen noch nicht angefangen und bestellt erst mal Pizza. „Et hätt noch immer jot jejange“, sagt er zu seinem besorgten Mitbewohner.

  • Oma Gisela erzählt, wie sie 1962 mit drei Kindern und ohne Reservierung an den Gardasee gefahren ist. „Et hätt noch immer jot jejange, Kinder.“

Häufige Fragen

Was ist das Kölsche Grundgesetz?

So nennt man eine Sammlung von elf rheinischen Redensarten, die Konrad Beikircher 2001 als „Das Rheinische Grundgesetz“ veröffentlicht hat. Sie beginnt mit „Et es wie et es“ und „Et kütt wie et kütt“, „Et hätt noch emmer joot jejange“ ist Artikel 3.

Wie schreibt man „Et hätt noch immer jot jejange“ richtig?

Eine verbindliche Schreibung gibt es nicht, Kölsch wird sehr unterschiedlich geschrieben. Verbreitet sind „Et hätt noch immer jot jejange“ und „Et hätt noch emmer joot jejange“.

Ist „Et hätt noch immer jot jejange“ optimistisch oder leichtsinnig?

Beides ist möglich. Unter Freunden klingt der Satz gelassen und zuversichtlich, als Kommentar zu schlechter Planung eher ironisch, im Sinne von „Wird schon schiefgehen“.

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