Wer ko, der ko
Kurz gesagt
Bairisch für „Wer kann, der kann“: Wer etwas besonders gut kann oder sich leisten kann, zeigt es auch, ohne falsche Bescheidenheit.
- Auf Englisch
- If you’ve got it, flaunt it
- Auch gesagt
- Wea ko, dea ko
- Gegenteil
- Eigenlob stinkt
Was bedeutet „Wer ko, der ko“?
„Wer ko, der ko“ ist bairisch für „Wer kann, der kann“: Wer etwas draufhat, darf es auch zeigen, und wer sich etwas leisten kann, tut es eben. Man sagt den Satz, wenn jemandem ein Kunststück gelingt, mit Anerkennung und einem Schmunzeln: beim Fallrückzieher im Kreisligaspiel, beim perfekt gebratenen Schweinsbraten, beim Überholmanöver mit dem alten Bulldog. Genauso oft sagt man ihn über sich selbst, als selbstbewusste Antwort auf neidische oder skeptische Blicke. „Ko“ ist die bairische Form von „kann“.
Der Ton ist frech und gutgelaunt. Im Satz steckt ein Stück bairisches Selbstverständnis: Respekt vor Können, wenig Respekt vor Rang und Titel. Die bairische Wikipedia beschreibt ihn als Ausdruck von Selbstbewusstsein und Zivilcourage. Wer ihn zu oft über sich selbst sagt, klingt allerdings schnell großspurig, und so wird er auch spöttisch zitiert, wenn jemand angibt. Oft hängt man scherzhaft eine zweite Zeile an, etwa „wer ned ko, red davo“, also: Wer es nicht kann, redet darüber.
Woher kommt „Wer ko, der ko“?
Die hochdeutsche Formel ist alt: „Wer kan, der kan“ steht schon in der Sprichwörtersammlung von Friedrich Petri aus dem frühen 17. Jahrhundert, Wander verzeichnet sie unter dem Stichwort „Können“. Die bairische Form „Wer ko, der ko“ verbindet man dagegen mit einer Münchner Anekdote. Der Lohnkutscher und Pferdehändler Franz Xaver Krenkl (1780–1860) soll im Englischen Garten die Kutsche des Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig I., überholt haben, was streng verboten war. Auf den Vorwurf habe er zurückgerufen: „Majestät, wer ko, der ko!“
Belegt ist diese Geschichte nicht. Sie wird in mehreren Fassungen erzählt, mal mit dem Kronprinzen, mal mit dem König, mal mit einem Sechsspänner, und das Traunsteiner Tagblatt nennt als Quelle ausdrücklich den Volksmund. Krenkl selbst ist gut belegt: Sein Rennstall gewann beim Oktoberfestrennen vierzehnmal, und am Münchner Karlstor erinnert eine kleine Steinfigur an ihn. Ob der Spruch durch ihn entstand oder ob man ihm einen schon geläufigen Satz in den Mund gelegt hat, lässt sich nicht klären.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Hallenturnier lupft Korbinian den Ball aus zwanzig Metern über den Torwart. Sein Trainer grinst nur: „Wer ko, der ko.“
Die Nachbarn staunen über den neuen Pool im Garten der Huber. Frau Huber zuckt mit den Schultern: „Wer ko, der ko.“
Leni hat die Matheklausur als Einzige mit einer Eins geschrieben. In der Klassengruppe postet sie nur: „Wer ko, der ko.“
Häufige Fragen
Was heißt „Wer ko, der ko“ auf Hochdeutsch?
„Wer ko, der ko“ heißt „Wer kann, der kann“. Gemeint ist: Wer etwas gut kann oder sich etwas leisten kann, zeigt es auch und braucht sich dafür nicht zu entschuldigen.
Wer hat „Wer ko, der ko“ gesagt?
Der Satz wird dem Münchner Lohnkutscher Franz Xaver Krenkl (1780–1860) zugeschrieben, der die Kutsche des Kronprinzen Ludwig überholt und ihm „Majestät, wer ko, der ko!“ zugerufen haben soll. Die Anekdote ist volkstümlich überliefert und nicht belegt.
Wie sagt man „Wer ko, der ko“ auf Englisch?
Eine genaue Entsprechung gibt es nicht. In die Nähe kommt „If you’ve got it, flaunt it“, also: Was du hast, darfst du auch zeigen.
Kurzer Test
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Das Hemd ist mir …