Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was
Kurz gesagt
Wer spart, lernt und etwas leistet, kommt zu Besitz, Können und Ansehen. Ein Merkspruch für Sparsamkeit, Bildung und Fleiß.
- Auch gesagt
- Spare, lerne, leiste was, dann haste, kannste, biste was
- Lerne, spare, leiste was, dann kannst du, hast du, bist du was
Was bedeutet „Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was“?
„Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was“ ist ein Merkspruch, der drei Tugenden mit drei Belohnungen verbindet: Wer spart, hat etwas, wer lernt, kann etwas, wer etwas leistet, ist etwas. Er ist streng parallel gebaut: Jedes Verb der ersten Hälfte findet sein Gegenstück in der zweiten. Man hört ihn von Großeltern, die von Lehrjahren und Sparbuch erzählen, man findet ihn auf alten Spardosen und sogar als Inschrift über einer Schultür.
Im Ton ist der Spruch bieder und belehrend, er klingt nach Weltspartag und Wirtschaftswunder. Viele zitieren ihn heute halb im Ernst, halb ironisch, gern umgangssprachlich als „dann haste, kannste, biste was“. Kritiker sehen darin ein Leitbild, das den Wert eines Menschen an Besitz und Leistung knüpft. Eine Andacht der hannoverschen Landeskirche schrieb 2018, mit diesem Spruch seien die zwischen 1965 und 1975 Geborenen angefeuert worden, auf der Karriereleiter immer weiter zu klettern.
Woher kommt „Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was“?
Woher der Spruch stammt und wer ihn geprägt hat, ist nicht bekannt. Seine Bausteine sind alt: Wander verzeichnet „Lerne was, so kannst du was“ nach Sammlungen des 17. Jahrhunderts und die erweiterte Form „Lerne was, so kannst du was, schaffe was, so hast du was“.
Die dreigliedrige Fassung ist vor allem auf Gebäuden und Spardosen belegt. Über dem Eingang der Schule in Binsdorf (Geislingen, Zollernalbkreis), die Theodor Fischer 1905 errichtete, steht nach Angaben der Stadt: „Lerne, spare, leiste was, dann kannst Du, hast Du, bist Du was.“ Ob die Inschrift aus der Bauzeit stammt, sagt die Stadt nicht. Die „Heilbronner Stimme“ zitierte 2008 einen 59-jährigen Bankvorstand, auf dessen Kinderspardose gestanden habe: „Spare, lerne, leiste was, dann hast Du, bist Du, bleibst Du was.“ Das passt zu den Sparaktionen für Kinder rund um den Weltspartag. Einen Urheber oder eine bestimmte Kampagne belegt es aber nicht.
Beispiele aus dem Alltag
Opa Heinz drückt Mila zum Schulanfang ein Sparschwein in die Hand. „Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was“, sagt er feierlich. Mila fragt, ob auch Kaugummi hineinpasst.
Frau Nowak erzählt beim Abendessen von ihrer Lehrstelle im Jahr 1968: „Bei uns hieß es: Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was.“ Ihr Enkel Finn verdreht die Augen.
Aylin postet ein Foto vom alten Spruch über dem Schultor. Jonas antwortet: „Spare, lerne, leiste was, dann haste, kannste, biste was. Hat bei mir nur zur Hälfte geklappt.“
Häufige Fragen
Woher kommt „Spare, lerne, leiste was, dann hast du, kannst du, bist du was“?
Ein Urheber ist nicht bekannt. Der Spruch stand auf Spardosen und als Inschrift an Schulen, etwa über dem Eingang der 1905 erbauten Schule in Binsdorf. Ältere Sprichwörter wie „Lerne was, so kannst du was“ liefern die Bausteine.
Heißt es „Spare, lerne, leiste was“ oder „Lerne, spare, leiste was“?
Beide Reihenfolgen sind belegt, ebenso verschiedene Abfolgen im zweiten Teil. Die Inschrift in Binsdorf lautet „Lerne, spare, leiste was, dann kannst Du, hast Du, bist Du was“, umgangssprachlich heißt es oft „dann haste, kannste, biste was“.
Ist „Spare, lerne, leiste was …“ ein Werbespruch der Sparkassen?
Belegt ist, dass „Spare, lerne, leiste was“ auf Kinderspardosen stand: Die „Heilbronner Stimme“ zitierte 2008 einen Bankvorstand, der den Spruch von seiner eigenen Spardose kannte. Ob er für eine Sparkasse oder Bank erfunden wurde, ist nicht nachgewiesen.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Wer den Pfennig nicht ehrt, …