Zum Inhalt springen

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert

Kurz gesagt

Wer kleine Beträge geringschätzt, kommt nie zu Wohlstand und hat ihn auch nicht verdient.

Auf Englisch
Take care of the pennies and the pounds will take care of themselves
Auch gesagt
Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euros nicht wert
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Guldens nicht wert

Was bedeutet „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“?

Das Sprichwort mahnt zur Sparsamkeit im Kleinen. Wer Kleingeld liegen lässt, beim Einkaufen nie auf den Preis schaut und kleine Ausgaben für unwichtig hält, wird auch mit großen Summen nicht umgehen können. Aus vielen Pfennigen wird erst ein Taler, so die Logik. Großeltern sagen den Satz gern, wenn ein Kind die Cent-Münze auf dem Gehweg liegen lässt.

Das „Ehren“ hat auch eine moralische Seite: Respekt vor dem, was mühsam verdient wurde. Heute wirkt der Spruch manchmal kleinlich, etwa wenn jemand um zwei Euro feilscht. Seit der Euro-Einführung wird er gern umgemünzt: „Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euros nicht wert.“

Woher kommt „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“?

Der Pfennig war über Jahrhunderte die kleinste gängige Münze im deutschen Sprachraum, zuletzt der hundertste Teil der D-Mark bis 2001. Der Taler war dagegen eine große Silbermünze. Sein Name geht auf den „Joachimsthaler“ zurück, der ab 1519 im böhmischen Joachimsthal geprägt wurde, und lebt im Wort „Dollar“ weiter. Im Preußen des 19. Jahrhunderts war ein Taler 360 Pfennig wert.

Ältere Fassungen sprechen vom Gulden. Johannes Agricola, Sebastian Franck und Eberhard Tappius verzeichnen im 16. Jahrhundert Sätze wie „Wer eynen pfenning nit achtet, der wirt nimmer eyns gulden herre“, und laut Wander steht diese Form auch in Luthers handschriftlicher Sprichwörtersammlung. Die gereimte Form mit „ehrt“ und „wert“ findet sich im 19. Jahrhundert bei Körte und Simrock.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Ole lässt das Wechselgeld am Kiosk liegen, weil es nur 30 Cent sind. Sein Opa hebt die Münzen auf: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“

  • „Drei Euro Kontoführung im Monat, das sind im Jahr 36 Euro für nichts“, sagt Svenja und wechselt die Bank. Ihre Kollegin nickt anerkennend: „Wer den Pfennig nicht ehrt …“

  • Beim Sommerfest des Kleingartenvereins rechnet der Kassenwart jeden Bon einzeln nach, während die anderen schon am Grill stehen. „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“, ruft er ihnen hinterher.

Häufige Fragen

Was ist ein Taler?

Eine große Silbermünze, die ab dem 16. Jahrhundert in vielen deutschen Ländern umlief und in Preußen bis zur Einführung der Mark 1873 Hauptwährung war. Vom Taler stammt auch das Wort „Dollar“.

Heißt es „des Talers nicht wert“ oder „den Taler nicht wert“?

Richtig ist der Genitiv „des Talers nicht wert“ im Sinne von „des Talers nicht würdig“. „Den Taler nicht wert“ hieße etwas anderes, nämlich keinen Taler wert. Entsprechend lautet die Euro-Variante korrekt „des Euros nicht wert“.

Wie sagt man das auf Englisch?

Die passende Entsprechung ist „Take care of the pennies and the pounds will take care of themselves“: Achte auf die Pennys, dann kümmern sich die Pfunde um sich selbst.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Geschenkt ist geschenkt, …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Geld und Besitz

Mehr dazu

↑↓auswählen↵öffnen