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Wie der Vater, so der Sohn

Kurz gesagt

Söhne gleichen ihren Vätern oft in Charakter, Gewohnheiten und Talenten, im Guten wie im Schlechten.

Auf Englisch
Like father, like son
Auch gesagt
Wie der Vater, so der Sohn; wie die Mutter, so die Tochter

Was bedeutet „Wie der Vater, so der Sohn“?

„Wie der Vater, so der Sohn“ stellt fest, dass ein Sohn seinem Vater ähnelt, im Verhalten, in Vorlieben oder in Eigenheiten. Der Junge, der beim Fußball genauso laut an der Seitenlinie flucht, dieselbe Handschrift hat oder ebenfalls Polizist wird: Darauf passt der Satz. Er kann stolz gemeint sein, etwa wenn der Sohn das Handwerk des Vaters übernimmt, oder spöttisch, wenn er dessen schlechte Angewohnheiten kopiert. Im Alltag ist er umgangssprachlich und wird oft mit einem Schmunzeln gesagt.

Ob die Ähnlichkeit vererbt oder abgeschaut ist, lässt das Sprichwort offen. Es meint beides: Kinder bringen Anlagen mit und lernen vom Vorbild, das sie täglich vor Augen haben. Ein Naturgesetz behauptet es nicht. Viele Söhne werden bewusst ganz anders als ihre Väter, und dann wirkt der Satz eher als Seitenhieb. Für Töchter gibt es das Gegenstück „Wie die Mutter, so die Tochter“. Ähnlich gebraucht wird „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, das stärker die Herkunft betont.

Woher kommt „Wie der Vater, so der Sohn“?

Das Sprichwort ist in vielen Sprachen verbreitet. Wander verzeichnet unter dem Stichwort „Vater“ die Fassung „Wie der Vater, so der Sohn; wie die Mutter so die Tochter“ und als älteren Beleg „Wie der vatter ist, so ist auch der sun“ aus den Sammlungen von Gruter und Lehmann im 17. Jahrhundert. Dazu stellt er lateinische Entsprechungen wie „Patrem sequitur sua proles“ (Dem Vater folgt sein Spross) und das polnische „Jaki ojciec, taki syn“.

Das weibliche Gegenstück ist biblisch belegt. Beim Propheten Hesekiel heißt es: „Siehe, wer gern in Sprichwörtern redet, wird von dir dies Sprichwort sagen: ‚Wie die Mutter, so die Tochter.‘“ (Hesekiel 16,44, Lutherbibel 2017). Der Text nennt die Wendung also schon selbst ein Sprichwort. Eine einzelne Quelle für die männliche Form lässt sich nicht festmachen.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Leon steht beim Grillfest am Rost und erklärt allen ungefragt, wie man Würstchen richtig wendet. Seine Tante flüstert: „Wie der Vater, so der Sohn.“

  • Herr Yilmaz war dreißig Jahre Kfz-Meister, jetzt übernimmt sein Sohn die Werkstatt. Bei der Feier sagt der Bürgermeister: „Wie der Vater, so der Sohn. Hier ist der Betrieb in guten Händen.“

  • Beim Elternsprechtag hört Thomas, dass sein Sohn in Mathe glänzt und in Deutsch dauernd die Hausaufgaben vergisst. Er lacht verlegen: „Wie der Vater, so der Sohn, fürchte ich.“

Häufige Fragen

Wie sagt man „Wie der Vater, so der Sohn“ auf Englisch?

Die genaue Entsprechung lautet „Like father, like son“. Für Mütter und Töchter sagt man „Like mother, like daughter“.

Gibt es „Wie der Vater, so der Sohn“ auch für Mütter und Töchter?

Ja, das Gegenstück heißt „Wie die Mutter, so die Tochter“. Es steht sogar in der Bibel, beim Propheten Hesekiel 16,44, wo es ausdrücklich als Sprichwort bezeichnet wird.

Was ist der Unterschied zu „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“?

Beide meinen, dass Kinder ihren Eltern ähneln. „Wie der Vater, so der Sohn“ vergleicht direkt zwei Personen, „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ betont mit einem Bild aus der Natur die Herkunft und wird häufiger abwertend gebraucht.

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