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Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt

Kurz gesagt

Wer zu spät kommt, hat keine Wahl mehr und muss sich mit dem begnügen, was die anderen übrig gelassen haben.

Auf Englisch
First come, first served
Auch gesagt
Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss sehen, was übrig bleibt
Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss essen, was übrig bleibt

Was bedeutet „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt“?

„Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt“ heißt: Wer zu spät kommt, hat keine Wahl mehr und muss sich mit dem Rest begnügen. Ursprünglich ging es ums Essen: Wer nicht pünktlich am Tisch saß, bekam die Reste. So wird der Satz bis heute gebraucht, wenn jemand nach dem Abendessen heimkommt und nur noch kalte Nudeln findet. Ebenso passt er auf das leer geräumte Buffet bei der Firmenfeier, die letzten Plätze im Volkshochschulkurs, die Restgrößen im Schlussverkauf oder das kleinste Zimmer in der neuen WG.

Der Ton ist meist neckend, in der Familie oft mit einem Lachen, er kann aber auch eine Mahnung zur Pünktlichkeit sein. Neben „nehmen“ sind „essen“ und „sehen“ üblich, Duden und DWDS führen alle drei Verben. Die Form mit „sehen“ betont stärker, dass der Zuspätkommende selbst zurechtkommen muss. Verwandt ist „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, das dieselbe Regel von der anderen Seite betrachtet.

Woher kommt „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt“?

Das Sprichwort ist seit dem 19. Jahrhundert in Sammlungen belegt. Wander verzeichnet unter „Kommen“ genau diese Form nach Lohrengel und Tendlau sowie für Waldeck und Niederösterreich. Unter „Zeit“ steht die Fassung „Wer nicht kommt zu rechter Zeit, der muss han (sehn), was überbleibt“. Aus Schwaben überliefert er „der muss essa, was übrig bleibt“, aus der Schweiz einen tröstlichen Nachsatz: „blîbt nüt über, morn kocht me wider“, bleibt nichts übrig, kocht man morgen wieder.

Dass es ursprünglich ums Essen ging, zeigen auch die Verwandten bei Wander: „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der versäumt die Mahlzeit“ und die lateinische Formel „Sero venientibus ossa“, den Spätkommenden die Knochen. Im Französischen nennt er „Les os sont pour les absens“, die Knochen sind für die Abwesenden. Ob das deutsche Sprichwort aus dem Lateinischen übersetzt wurde oder selbstständig entstand, ist nicht belegt.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Lukas kommt eine Stunde nach dem Abendessen heim und findet nur noch drei kalte Kartoffeln. Seine Mutter zuckt mit den Schultern: „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt.“

  • Als Kollegin Svenja um halb neun zur Firmenfeier kommt, ist das Buffet fast leer. Herr Nowak reicht ihr einen Teller mit Salatresten: „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt.“

  • Die neue WG verteilt die Zimmer, Aylin kommt als Letzte zur Besichtigung und bekommt die Kammer neben der Küche. „Tja“, sagt Jonas, „wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss sehen, was übrig bleibt.“

Häufige Fragen

Woher kommt „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt“?

Das Sprichwort stammt aus dem Alltag am Esstisch: Wer zu spät kam, bekam die Reste. Wander verzeichnet es im 19. Jahrhundert in mehreren Fassungen und Mundarten, einen Urheber gibt es nicht.

Heißt es „der muss nehmen“ oder „der muss sehen, was übrig bleibt“?

Beides ist richtig. Duden und DWDS nennen für „Wer nicht kommt zur rechten Zeit“ die Fortsetzungen „der muss nehmen“, „der muss essen“ und „der muss sehen, was übrig bleibt“.

Gibt es ein lateinisches Vorbild?

Wander stellt dem Sprichwort die lateinische Formel „Sero venientibus ossa“ zur Seite: Den Spätkommenden bleiben die Knochen. Dass die deutsche Fassung daraus übersetzt wurde, ist nicht belegt.

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