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Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Kurz gesagt

Wer als Erster da ist, wird als Erster bedient und hat die beste Auswahl.

Auf Englisch
First come, first served
Auch gesagt
Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst
Wer zuerst kommt, malt zuerst

Was bedeutet „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“?

Die Reihenfolge der Ankunft entscheidet. Das gilt beim Bäcker, bei Konzertkarten, bei begehrten Kursplätzen und beim Rennen um die Sonnenliegen im Hotel. Wer früh da ist, bekommt, was er will. Wer später kommt, muss nehmen, was übrig bleibt.

Das Sprichwort ist dabei weniger ein Lob der Schnelligkeit als eine Regel für Fairness: Niemand wird bevorzugt, es zählt nur, wer zuerst da war. Man benutzt es, um eine Entscheidung zu begründen („Tut mir leid, wer zuerst kommt, mahlt zuerst“), oder als Ansporn, sich zu beeilen. Für Nachzügler klingt es eher wie ein Achselzucken.

Woher kommt „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“?

Hinter dem Sprichwort steht eine Rechtsregel aus dem Mühlenwesen. Im Sachsenspiegel, dem Rechtsbuch, das Eike von Repgow zwischen etwa 1220 und 1235 aufschrieb, heißt es im Landrecht (II, 59 § 4): „die ok irst to der molen kumt, die sal erst malen“. Wer sein Getreide zuerst zur Mühle brachte, durfte es auch zuerst mahlen lassen. Die Regel klärte, wer an der Mühle Vorrang hatte.

Eike dürfte den Grundsatz nicht erfunden, sondern aufgeschrieben haben, was an den Mühlen ohnehin galt. Das „h“ in „mahlt“ gehört deshalb dazu: Gemeint ist das Mahlen von Korn, nicht das Malen mit Pinsel und Farbe.

Wander verzeichnet im 19. Jahrhundert unter Berufung auf den Juristen Sachse auch eine andere Deutung, nach der „malen“ hier „reden“ bedeute und die Regel festlege, wer vor Gericht zuerst gehört wird. Durchgesetzt hat sie sich nicht: DWDS und Büchmanns „Geflügelte Worte“ führen das Sprichwort auf die Mühlenregel des Sachsenspiegels zurück.

Beispiele aus dem Alltag

  • Die Anmeldung für den Töpferkurs der Volkshochschule öffnet um acht Uhr. Um 8:03 Uhr ist er voll. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, schreibt die Kursleiterin an alle auf der Warteliste.

  • Beim Flohmarkt läuft Ahmet schon um sechs Uhr morgens mit Taschenlampe zwischen den Ständen herum. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, sagt er und zieht eine alte Lego-Kiste unter einem Tisch hervor.

  • „Warum kriegt Lukas das große Zimmer?“, beschwert sich Emma. Die Vermieterin zuckt mit den Schultern: „Er hat den Vertrag als Erster unterschrieben. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Häufige Fragen

Heißt es „mahlt“ oder „malt zuerst“?

Richtig ist „mahlt“ mit h. Das Sprichwort spricht von der Mühle, in der Getreide gemahlen wird. „Malen“ ohne h bedeutet, ein Bild mit Farbe zu machen, und ergibt hier keinen Sinn.

Von wem stammt „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“?

Ein einzelner Urheber ist nicht bekannt. Die älteste deutsche Fassung steht im Sachsenspiegel des Eike von Repgow aus dem 13. Jahrhundert, er hat dort aber eine schon geltende Regel aufgeschrieben.

Was heißt „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ auf Englisch?

Die feste englische Entsprechung ist „First come, first served“. Die Mühle fehlt dort, gemeint ist dasselbe.

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