Passt scho
Kurz gesagt
Bairisch und fränkisch für „Passt schon“: Es ist in Ordnung, kein Problem; in Franken oft auch ein zurückhaltendes Lob.
- Auf Englisch
- No worries
- It’s all good
- Auch gesagt
- Bassd scho
- Passt schon
- Gegenteil
- Ein Haar in der Suppe finden
Was bedeutet „Passt scho“?
Hochdeutsch: „Passt schon.“ Die kurze Formel gehört zu den vielseitigsten Wendungen in Bayern und Franken. Sie beruhigt („Passt scho, ist nicht schlimm“), wehrt Dank ab („Passt scho, hab ich gern gemacht“), signalisiert Einverständnis und beim Bezahlen oft auch, dass der Rest Trinkgeld ist. Der Grundton ist gelassene Bescheidenheit: Man macht kein Aufhebens.
Besonders in Franken kann „Bassd scho“ mehr bedeuten, als die Wörter sagen. Wikipedia übersetzt es für das Unterfränkische sinngemäß mit „besser geht es eigentlich nicht“: Lob wird dort gern untertrieben, und wer „passt scho“ über ein Essen oder eine Arbeit sagt, kann damit hohe Anerkennung meinen. Wer die Gegend nicht kennt, hört darin leicht Gleichgültigkeit oder sogar Kritik. Umgekehrt kann der Satz tatsächlich ein knappes „gerade noch ausreichend“ sein. Entscheidend sind Tonfall und Miene.
Woher kommt „Passt scho“?
Eine besondere Herkunft hat die Wendung nicht, sie ist die mundartliche Form von „passt schon“. „Scho“ ist das bairische und fränkische „schon“ ohne das abschließende n. In Franken schreibt man oft „bassd scho“, weil man dort p und b kaum unterscheidet. Das Verb „passen“ in der Bedeutung „richtig sein, stimmen“ führt der Duden als landschaftlich, das DWDS kennt es umgangssprachlich auch für „recht sein, gefallen“. Ins Deutsche kam es durch niederländische Vermittlung aus dem französischen „passer“.
Wie fest die Formel zur regionalen Identität gehört, zeigt ihr Nachleben: Eine Nürnberger Mundart-Comedyband nannte sich „Wassd scho? Bassd scho!“, und Kabarettprogramme, Bühnenstücke und Bücher tragen „Passt scho“ im Titel.
Beispiele aus dem Alltag
Lukas entschuldigt sich beim Wirt, weil ihm das Weißbierglas umgekippt ist. „Passt scho“, sagt der und wischt mit dem Lappen drüber.
Die Rechnung macht 18,40 Euro, Theresa gibt einen Zwanziger. „Passt scho“, sagt sie, und die Bedienung bedankt sich.
Nach dem Sonntagsessen fragt Hannah ihren fränkischen Schwiegervater, wie ihm der Braten geschmeckt hat. „Bassd scho“, sagt er, und ihr Mann flüstert: „Das ist das höchste Lob, das du von ihm kriegst.“
Häufige Fragen
Ist „Passt scho“ in Franken ein Lob?
Oft ja. In Franken wird Lob gern untertrieben, und „Bassd scho“ kann dort heißen, dass etwas richtig gut ist. Wikipedia übersetzt es für das Unterfränkische sinngemäß mit „besser geht es eigentlich nicht“.
Was heißt „Passt scho“ beim Bezahlen?
Wer beim Bezahlen „Passt scho“ sagt, verzichtet auf das Wechselgeld. Der Rest ist dann Trinkgeld, ähnlich wie bei „Stimmt so“.
Wie sagt man „Passt scho“ auf Englisch?
Je nach Lage passt „No worries“ oder „It’s all good“. Den fränkischen Unterton eines verdeckten Lobs hat keine der beiden Wendungen.
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