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Gut Ding will Weile haben

Kurz gesagt

Was gut werden soll, braucht seine Zeit und lässt sich nicht überstürzen.

Auf Englisch
Good things take time

Was bedeutet „Gut Ding will Weile haben“?

„Gut Ding will Weile haben“ heißt: Gute Arbeit braucht Zeit, und wer sie überstürzt, riskiert ein schlechtes Ergebnis. Man sagt es, um Ungeduldige zu beruhigen, etwa wenn der Tischler das Regal erst in drei Wochen liefern kann, und um sich selbst zu verteidigen, wenn eine Arbeit länger dauert als geplant. DWDS nennt als typischen Zweck, jemanden zu mehr Geduld und Beharrlichkeit anzuhalten. Der Satz klingt gemütlich und wird gern mit einem Lächeln gesagt.

Altertümlich ist schon die Form. „Gut Ding“ ist ein Adjektiv ohne Endung, wie es im älteren Deutsch üblich war; heute würde man „eine gute Sache“ sagen. „Weile“ bedeutet ‚Zeit, Dauer‘, und „will“ heißt hier ‚braucht, verlangt‘, nicht ‚möchte‘. Ironisch wird der Satz, wenn jemand ihn als Ausrede für Trödelei benutzt. Dann antworten andere gern, gut Ding wolle Weile haben, aber nicht ewig.

Woher kommt „Gut Ding will Weile haben“?

Das Sprichwort ist seit dem 16. Jahrhundert gut belegt. Wander verzeichnet „Gut ding will weil haben“ unter dem Stichwort ‚Ding‘ und nennt mehr als zwanzig Quellen, darunter Johannes Agricola, Eberhard Tappius, Sebastian Franck und Georg Henisch, also Sammlungen des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Dazu kommen Mundartformen aus Waldeck, der Eifel, Bayern und Hannover.

Als lateinische Parallelen stellt Wander unter anderem „Quod egregium futurum est, serius absolvitur“ daneben: Was hervorragend werden soll, wird später fertig. Ähnlich gebaut ist das niederländische „Goede dingen moeten tijd hebben“. Ein Urheber ist nicht bekannt, und auch der Weg ins Deutsche lässt sich vor Agricola nicht verfolgen.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Der Malermeister braucht für die Altbaufenster eine Woche länger als angekündigt. „Gut Ding will Weile haben“, sagt er, und die Kundin muss zugeben, dass die Fenster wie neu aussehen.

  • Clara backt zum ersten Mal Sauerteigbrot und ist entsetzt, dass der Teig zwölf Stunden gehen muss. Ihr Vater lacht: „Gut Ding will Weile haben.“

  • Die neue Vereinswebsite ist seit einem Jahr angeblich fast fertig. Als Kai wieder vertröstet, schreibt Kassenwart Uwe in die Gruppe: „Gut Ding will Weile haben, aber nicht bis 2030.“

Häufige Fragen

Warum heißt es „Gut Ding“ und nicht „gutes Ding“?

„Gut Ding“ ist eine alte Form, in der das Adjektiv ohne Endung vor dem Nomen steht. Solche Formen waren im älteren Deutsch üblich und haben sich in Sprichwörtern erhalten.

Was bedeutet „Weile“ in „Gut Ding will Weile haben“?

„Weile“ heißt ‚Zeit, Zeitspanne‘, wie in „eine Weile warten“. Das Sprichwort sagt also: Eine gute Sache braucht Zeit.

Wie sagt man „Gut Ding will Weile haben“ auf Englisch?

Üblich ist „Good things take time“. Mit ähnlichem Sinn sagt man auch „Rome wasn’t built in a day“.

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