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Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen

Kurz gesagt

Was man verschenkt hat, gehört dem anderen, und wer es sich zurückholt, nimmt fremdes Eigentum.

Auf Englisch
No backsies
Auch gesagt
Geschenkt und wieder genommen ist gestohlen
Einmal geschenkt ist immer geschenkt, und wieder genommen ist gestohlen

Was bedeutet „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“?

„Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“ heißt: Ein Geschenk ist endgültig, wer es zurückfordert, verhält sich wie ein Dieb. Der Reim gehört auf den Schulhof und ins Kinderzimmer. Man ruft ihn, wenn die Freundin das geschenkte Freundschaftsarmband nach dem Streit wiederhaben will oder der kleine Bruder das getauschte Sammelbild zurückverlangt. Wichtig ist die Betonung: „wiederholen“ heißt hier nicht „noch einmal tun“, sondern „wieder holen“, also zurückholen.

Erwachsene zitieren den Spruch meist augenzwinkernd, etwa wenn nach einer Trennung um geschenkten Schmuck gestritten wird oder der Kollege den ausgegebenen Kaffee „beim nächsten Mal“ zurückhaben möchte. Der Ton ist kindlich trotzig und wird gerade deshalb gern ironisch eingesetzt. Rechtlich stimmt der Satz im Kern, mit Ausnahmen: Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann man eine Schenkung zum Beispiel bei grobem Undank des Beschenkten widerrufen oder zurückfordern, wenn man selbst verarmt.

Woher kommt „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“?

Der Spruch ist im 19. Jahrhundert belegt. Wander verzeichnet 1876 unter „Schenken“ die Fassung „Einmal geschenkt ist immer geschenkt, und wieder genommen ist gestohlen“ und merkt dazu an: „Wird häufig von Kindern gebraucht.“ Daneben stehen das knappe „Geschenkt ist geschenkt“ und „Geschenkt und wieder genommen ist gestohlen“, das Karl Simrock schon 1846 in seine Sammlung aufnimmt, dort auch in der verschärften Form „Geschenkt und wieder genommen ist schlimmer als gestohlen“. Aus Niederösterreich kennt Wander einen längeren Reim: „G’schenkt, g’schenkt, nimma ge’m; g’funden, g’funden, wida ge’m; g’schold’n, g’schold’n, aufg’hengt.“

In der heutigen Form tritt „wiederholen“ im Sinn von „zurückholen“ an die Stelle des älteren „wieder genommen“. Wann diese Fassung aufkam, ist nicht belegt. Das englische Wiktionary führt sie als vor allem kindersprachliche Wendung und übersetzt sie mit „no backsies“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Mia hat Lotta in der Pause ihren Glitzerradiergummi geschenkt. Nach dem Streit in der Mathestunde will sie ihn zurück. Lotta schüttelt den Kopf: „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen!“

  • Nach der Trennung verlangt Kevin die Uhr zurück, die er Jana zum Geburtstag geschenkt hat. Ihre Freundin Aylin schreibt nur: „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen. Behalt sie.“

  • Im Büro gibt Herr Nowak eine Runde Kaffee aus und erinnert Murat am nächsten Tag daran. Murat lacht: „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen, Chef.“

Häufige Fragen

Was heißt „wiederholen“ in „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“?

„Wiederholen“ bedeutet in „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“ nicht „noch einmal machen“, sondern „wieder holen“, also sich etwas zurückholen. Ältere Fassungen sagen deshalb „wieder genommen ist gestohlen“.

Stimmt „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“ auch rechtlich?

Im Grundsatz ja, eine Schenkung lässt sich nicht einfach rückgängig machen. Das Bürgerliche Gesetzbuch kennt aber Ausnahmen: Bei grobem Undank des Beschenkten kann die Schenkung nach § 530 BGB widerrufen werden, und wer verarmt, kann nach § 528 BGB unter Umständen zurückfordern.

Wie alt ist „Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen“?

Den Gedanken belegt Karl Simrock 1846 mit „Geschenkt und wieder genommen ist gestohlen“. Wander verzeichnet 1876 eine längere Fassung und notiert, dass sie häufig von Kindern gebraucht wird. Wann die Form mit „wiederholen“ aufkam, ist nicht belegt.

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