Zum Inhalt springen

Der Mensch ist, was er isst

Kurz gesagt

Die Ernährung prägt Körper, Gesundheit und Wesen eines Menschen; heute meist als Mahnung zu bewusstem Essen gemeint.

Auf Englisch
You are what you eat
Auch gesagt
Man ist, was man isst

Was bedeutet „Der Mensch ist, was er isst“?

„Der Mensch ist, was er isst“ besagt, dass das, was wir essen, uns körperlich und auch geistig formt. Heute hört man den Satz vor allem in Gesprächen über gesunde Ernährung: wenn jemand auf Fertiggerichte verzichtet, auf dem Wochenmarkt einkauft oder den Kindern die Limonade streicht. Er klingt bestimmt und manchmal belehrend und taucht in Kochbüchern, Ratgebern und Werbung auf. Häufig wird er auch ironisch gebraucht, etwa beim dritten Stück Torte.

Der Satz lebt vom Gleichklang von „ist“ und „isst“, der sich im Englischen oder Französischen nicht nachbilden lässt. Ursprünglich war er keine Diätregel, sondern eine philosophische und politische Aussage: Wer die Menschen verbessern wolle, müsse zuerst ihre Lebensbedingungen und ihre Nahrung verbessern. Diese Schärfe ist im heutigen Gebrauch weitgehend verloren gegangen. Wer den Satz zitiert, denkt meist an Vitamine, nicht an Revolution.

Woher kommt „Der Mensch ist, was er isst“?

Der Satz stammt von dem Philosophen Ludwig Feuerbach. Er schrieb ihn im November 1850 in dem Aufsatz „Die Naturwissenschaft und die Revolution“, erschienen in den „Blättern für literarische Unterhaltung“. Darin bespricht Feuerbach Jacob Moleschotts „Lehre der Nahrungsmittel“ und greift dessen These auf, dass aus der Speise Blut und aus dem Blut Herz, Hirn und Gedanken würden. Die Folgerung ist politisch gemeint, in dem Aufsatz heißt es: „Wollt ihr das Volk bessern, so gebt ihm statt Deklamationen gegen die Sünde bessere Speisen.“ 1862 machte er den Satz zum Titel eines weiteren Aufsatzes: „Das Geheimnis des Opfers oder Der Mensch ist, was er ißt“.

Einen ähnlichen Gedanken hatte zuvor der französische Gastrosoph Jean Anthelme Brillat-Savarin formuliert. In seiner „Physiologie des Geschmacks“ von 1825 heißt es: Sag mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist. Feuerbachs Wortspiel machte daraus die knappe Gleichung, die im Deutschen sprichwörtlich wurde.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Beim Elternabend der Kita wird über das Mittagessen gestritten. „Der Mensch ist, was er isst“, sagt eine Mutter und fordert mehr Gemüse auf dem Speiseplan.

  • Paul legt im Supermarkt die Chips zurück ins Regal. „Der Mensch ist, was er isst“, murmelt er, und seine Freundin legt sie lachend wieder in den Wagen.

  • Im Philosophiekurs schreibt der Lehrer den Satz an die Tafel. Merve liest vor: „Der Mensch ist, was er isst. Klingt nach Ernährungsberatung, ist aber von Feuerbach.“

Häufige Fragen

Wer hat „Der Mensch ist, was er isst“ gesagt?

Der Satz stammt von dem Philosophen Ludwig Feuerbach. Er schrieb ihn 1850 in einer Besprechung des Ernährungsbuchs von Jacob Moleschott.

Ist „Der Mensch ist, was er isst“ ein Wortspiel?

Der Satz spielt mit dem gleich klingenden „ist“ von sein und „isst“ von essen. Vor der Rechtschreibreform schrieb man „ißt“, so auch Feuerbach im Titel seines Aufsatzes von 1862.

Wie heißt „Der Mensch ist, was er isst“ auf Englisch?

Auf Englisch sagt man „You are what you eat“. Das Wortspiel mit „ist“ und „isst“ geht dabei verloren.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Der Appetit kommt …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Essen und Trinken
↑↓auswählen↵öffnen