# Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten

> Große Stärken, Erfolge oder Vorzüge bringen meist auch deutliche Schwächen oder Nachteile mit sich.

Zitat über Lernen und Erfahrung, Charakter und Moral. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/wo-viel-licht-ist-ist-auch-viel-schatten

## Was bedeutet „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“?

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten: Wer oder was besonders glänzt, hat meist auch auffällige Schattenseiten. Man sagt den Satz über Menschen mit großen Begabungen und ebenso großen Fehlern, über Städte, Reformen, Technologien oder Unternehmen. Ein brillanter Chef kann zugleich unerträglich launisch sein, ein Wirtschaftsboom bringt Wohlstand und Wohnungsnot. Der Ton ist nüchtern bis nachsichtig: Kritik wird eingeräumt, ohne das Positive zu bestreiten.

Gemeint ist meist kein exaktes Gleichgewicht, als hätte alles genau so viel Gutes wie Schlechtes. Der Satz deutet eher an, dass Stärke und Schwäche aus derselben Quelle kommen können: Wer viel wagt, macht auch viele Fehler. Beliebt ist er in Rezensionen, Porträts und Bilanzen, manchmal auch als Ausrede, wenn jemand Missstände kleinreden will. Im Alltag hört man oft die verkürzte Form „Wo Licht ist, ist auch Schatten“, die schlichter sagt, dass nichts ganz ohne Nachteil ist.

## Woher kommt „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“?

Der Satz stammt aus Goethes Schauspiel „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ (1773). Im ersten Akt, auf Götzens Burg in Jagsthausen, wünscht der gefangene Weislingen dem Ritter viel Freude an dessen kleinem Sohn Karl. Götz antwortet: „Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.“ Kurz zuvor hat er bemerkt, dass der Junge zwar Auswendiggelerntes aufsagen kann, aber wenig von dem weiß, was einem Ritter nützt, und sagt über ihn: „Er kennt wohl vor lauter Gelehrsamkeit seinen Vater nicht.“ Die Antwort lässt sich auf diesen Gegensatz beziehen: Der Junge hat viel gelernt, nur nicht das, was der Vater für wichtig hält.

Im Gebrauch wurde aus Goethes „starker Schatten“ das heute übliche „auch viel Schatten“, und der Satz löste sich von der Szene. Die meisten zitieren ihn, ohne an Götz zu denken.

## Beispiele

- Bei der Vorstellung des neuen Stadions sagt Bürgermeisterin Kraus: „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Die Anwohner bekommen mehr Verkehr, das wissen wir.“
- Lena schreibt über die Biografie eines berühmten Dirigenten: „Ein Genie am Pult, ein Tyrann im Orchester. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.“
- „Unser neuer Stürmer trifft in jedem Spiel und sieht in jedem zweiten Gelb“, sagt Kapitän Erik. „Tja, wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.“

## Auch gesagt

- Wo viel Licht ist, ist starker Schatten
- Wo Licht ist, ist auch Schatten

## Auf Englisch

- Every rose has its thorn

## Ähnliche Sprichwörter

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## Häufige Fragen

### Von wem stammt „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“?

Von Johann Wolfgang von Goethe. In seinem Drama „Götz von Berlichingen“ (1773) sagt Götz im ersten Akt: „Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.“ Die heute übliche Form hat sich erst im Gebrauch ergeben.

### Ist „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“ ein Sprichwort?

Streng genommen ist es ein geflügeltes Wort, also ein Zitat mit bekanntem Urheber, das wie ein Sprichwort gebraucht wird. Viele, die es sagen, wissen nicht, dass es von Goethe stammt.

### Gibt es das auch auf Englisch?

Eine feste englische Fassung von Goethes Satz gibt es nicht. Sinnverwandt ist „Every rose has its thorn“: Auch die schönste Rose hat Dornen.

## Quellen

- [Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, 1. Akt](https://www.gutenberg.org/cache/epub/2321/pg2321.html)

Stand: 11. Oktober 2026
