# Wissen, wo Barthel den Most holt

> Alle Kniffe kennen und genau wissen, wie man an etwas herankommt oder eine Sache geschickt anpackt.

Redewendung über Klugheit und Dummheit, Lernen und Erfahrung. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/wissen-wo-barthel-den-most-holt

## Was bedeutet „Wissen, wo Barthel den Most holt“?

Wer weiß, wo Barthel den Most holt, ist gewitzt und erfahren: Er kennt die Tricks, die Abkürzungen und die richtigen Leute. Das kann die Kollegin sein, die in jeder Behörde den einen Sachbearbeiter kennt, der Anträge schnell bearbeitet, oder der Nachbar, der für jedes ausverkaufte Konzert noch Karten auftreibt. Die Wendung ist umgangssprachlich und klingt anerkennend, oft mit einem Hauch Schlitzohrigkeit.

Häufig steht sie als Ankündigung in der Form „jemandem zeigen, wo Barthel den Most holt“. Dann will einer dem anderen klarmachen, wer das Sagen hat, oder ihm energisch etwas beibringen. In der Schweiz sagt man „wissen, wo Bartli den Most holt“, daneben kommen die Schreibungen „Bartel“ und „Bartl“ vor. Wer die Wendung benutzt, denkt dabei kaum noch an einen bestimmten Mann oder an Most. Sie ist schlicht ein bildhaftes Lob für Durchblick.

## Woher kommt „Wissen, wo Barthel den Most holt“?

Woher die Redensart stammt, ist ungeklärt, obwohl es kaum eine deutsche Wendung mit mehr Erklärungsversuchen gibt. Barthel ist eine Kurzform von Bartholomäus. Wander verzeichnet 1867 „Er weiss, wo Barthel Most holt“ und vermerkt, dass schon Grimms Wörterbuch sie „noch unerklärt“ nannte. Dann referiert er mehrere Geschichten: einen Heilbronner Schultheißen Barthel um 1230, der sich Most aus dem Ratskeller beschafft habe, und einen Meißner Weinschenk namens Bartholomäus Zimmer im frühen 16. Jahrhundert.

Der Duden hält eine Herkunft aus der Gaunersprache für möglich: Rotwelsch „barsel“ für das Brecheisen und „Moos“ für Geld, also wissen, wie man mit dem Brecheisen an Geld kommt. Andere verweisen auf den Bartholomäustag am 24. August, an dem es eigentlich noch keinen neuen Most gibt, oder auf den Storch, der im Niederdeutschen Barthold heißen kann. Belegt ist keine dieser Deutungen.

## Beispiele

- Die neue Auszubildende fragt, wie man im Lager an die stabilen Kartons kommt. Hakan lacht: „Frag Renate, die weiß, wo Barthel den Most holt.“
- Eine Stunde vor Konzertbeginn hat Sophie doch noch zwei Karten besorgt. „Du weißt echt, wo Barthel den Most holt“, staunt ihr Bruder.
- Der Kapitän der Alten Herren nimmt den großspurigen Neuzugang beiseite: „Dir zeigen wir heute mal, wo Barthel den Most holt.“

## Auch gesagt

- Jemandem zeigen, wo Barthel den Most holt
- Wissen, wo der Barthel den Most holt
- Wissen, wo Bartli den Most holt

## Auf Englisch

- To know the ropes
- To know a thing or two

## Ähnliche Sprichwörter

- [Mit allen Wassern gewaschen sein](https://deutschesprichwoerter.de/mit-allen-wassern-gewaschen-sein)
- [Ein alter Hase sein](https://deutschesprichwoerter.de/ein-alter-hase-sein)
- [Es faustdick hinter den Ohren haben](https://deutschesprichwoerter.de/es-faustdick-hinter-den-ohren-haben)

## Häufige Fragen

### Wer ist Barthel?

Barthel ist eine alte Kurzform des Namens Bartholomäus. Ob mit Barthel eine bestimmte Person gemeint war, ist nicht bekannt. Es gibt viele Geschichten dazu, aber keinen Beleg.

### Was bedeutet „jemandem zeigen, wo Barthel den Most holt“?

Wer jemandem zeigt, wo Barthel den Most holt, weist ihn energisch zurecht oder macht ihm klar, wie der Hase läuft. Die Wendung klingt meist nach einer halb scherzhaften Drohung.

### Was ist Most?

Most ist frisch gepresster, noch nicht oder nur teilweise vergorener Saft aus Trauben oder Obst. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz heißt auch Obstwein Most.

## Quellen

- [Duden: Barthel](https://www.duden.de/rechtschreibung/Barthel)
- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Barthel‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Barthel)
- [Wiktionary: wissen, wo Barthel den Most holt](https://de.wiktionary.org/wiki/wissen,_wo_Barthel_den_Most_holt)

Stand: 11. Oktober 2026
