# Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen

> Wer etwas in Auftrag gibt oder veranlasst, muss auch für die Kosten aufkommen und darf sie nicht anderen aufbürden.

Sprichwort über Geld und Besitz. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/wer-die-musik-bestellt-muss-sie-auch-bezahlen

## Was bedeutet „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“?

„Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“ heißt: Wer etwas in Auftrag gibt oder veranlasst, muss auch die Kosten dafür tragen. Das Bild stammt vom Fest mit Tanzmusik: Wer die Kapelle gerufen hat, entlohnt die Musikanten. Besonders oft fällt der Satz heute in der Kommunalpolitik. Wenn Bund oder Land den Gemeinden neue Pflichten auferlegen, etwa mehr Betreuungsplätze oder Inklusion an Schulen, verlangen Bürgermeister und Kämmerer damit, dass die höhere Ebene auch das Geld dafür bereitstellt.

Im Alltag klingt der Satz nüchtern bis vorwurfsvoll: Die Schwiegermutter wünscht sich die große Hochzeit, also soll sie sich an den Kosten beteiligen. Der Chef will den Bericht in drei Sprachen, also zahlt seine Abteilung die Übersetzung. Der Satz verteilt Kosten nach Verursachung, über Mitsprache sagt er nichts. Darin unterscheidet er sich von „Wer zahlt, schafft an“, das aus dem Zahlen ein Recht zum Bestimmen ableitet. Die beiden Sätze ergänzen sich eher, als dass sie sich widersprechen: Wer bestellt, zahlt, und wer zahlt, redet mit.

## Woher kommt „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“?

Der Gedanke ist alt und kommt aus der Welt der Spielleute, die man für Tanz und Hochzeit anwarb. Christoph Lehmann verzeichnet im 17. Jahrhundert „Wer den Pfeiffer dingt, der muss ihm auch lohnen (ihn auch bezahlen)“. „Dingen“ heißt hier gegen Lohn in Dienst nehmen. Wander notiert außerdem Mundartfassungen: aus dem Sauerland „Wei den Spillmann bestellt (dingt), mot ’ne betahlen“, wer den Spielmann bestellt, muss ihn bezahlen, und aus Bedburg im Rheinland „Wä der Spillmann meth, dä muss en ôch bezahlen“.

Ein Lehnsatz aus dem Englischen ist das Sprichwort nicht. Das englische „He who pays the piper calls the tune“ sagt etwas anderes, nämlich dass der Zahlende bestimmt, und entspricht damit „Wer zahlt, schafft an“. Die heutige Form mit „Musik“ ist vor allem in der Finanzpolitik verbreitet: Mit ihr wird das Konnexitätsprinzip erklärt, nach dem die Ausgabenlast der Aufgabenlast folgt.

## Beispiele

- Das Land beschließt einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung, die Kosten sollen die Gemeinden tragen. Bürgermeisterin Weber schimpft im Kreistag: „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“
- Ninas Schwiegermutter wünscht sich zur Hochzeit ein Fest mit 150 Gästen. Nina bleibt freundlich: „Gern, aber wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“
- Der Abteilungsleiter will den Quartalsbericht zusätzlich auf Englisch und Französisch. Controllerin Frau Yılmaz bucht die Übersetzung auf sein Budget: „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.“

## Auch gesagt

- Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen
- Wer die Musik bestellt, muss sie bezahlen

## Ähnliche Sprichwörter

- [Wer zahlt, schafft an](https://deutschesprichwoerter.de/wer-zahlt-schafft-an)
- [Der Arbeiter ist seines Lohnes wert](https://deutschesprichwoerter.de/der-arbeiter-ist-seines-lohnes-wert)
- [Wer A sagt, muss auch B sagen](https://deutschesprichwoerter.de/wer-a-sagt-muss-auch-b-sagen)

## Häufige Fragen

### Woher kommt „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“?

„Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“ geht auf die Spielleute zurück, die man für Feste anwarb. Christoph Lehmann verzeichnet im 17. Jahrhundert „Wer den Pfeiffer dingt, der muss ihm auch lohnen“, Wander kennt Mundartfassungen mit dem Spielmann aus dem Sauerland und dem Rheinland.

### Kommt „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“ aus dem Englischen?

Nein. Das englische „He who pays the piper calls the tune“ meint, dass der Zahlende bestimmt, und entspricht „Wer zahlt, schafft an“. Die deutschen Vorläufer mit Pfeifer und Spielmann sind schon im 17. Jahrhundert und in Mundarten belegt.

### Was hat „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“ mit dem Konnexitätsprinzip zu tun?

Das Konnexitätsprinzip ist der finanzrechtliche Grundsatz, dass die Ausgabenlast der Aufgabenlast folgt: Wer einer anderen staatlichen Ebene Aufgaben überträgt, muss für den finanziellen Ausgleich sorgen. Für Bund und Länder steht er in Artikel 104a des Grundgesetzes, für die Gemeinden in den Landesverfassungen, und erklärt wird er gern mit diesem Sprichwort.

## Quellen

- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Pfeifer‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Pfeifer)
- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Spielmann‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Spielmann)
- [DWDS: dingen](https://www.dwds.de/wb/dingen)
- [Wikipedia: Konnexitätsprinzip (Staatsfinanzen)](https://de.wikipedia.org/wiki/Konnexit%C3%A4tsprinzip_(Staatsfinanzen))

Stand: 12. Oktober 2026
