# Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen

> Wer gut gemeinte Ratschläge ablehnt, muss mit den Folgen allein fertigwerden, denn helfen kann man ihm dann nicht mehr.

Sprichwort über Klugheit und Dummheit, Lernen und Erfahrung. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/wem-nicht-zu-raten-ist-dem-ist-auch-nicht-zu-helfen

## Was bedeutet „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen“?

„Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen“ heißt: Wer keinen Rat annimmt, dem kann man auch sonst nicht beistehen. Das DWDS umschreibt es so: Wer keine wohlwollenden Ratschläge annimmt, muss seine Lage selbst bewältigen. Der Satz fällt meist am Ende eines Gesprächs, wenn jemand alle Warnungen in den Wind geschlagen hat: die Freundin, die trotz Warnlampe weiterfährt, der Cousin, der seine Ersparnisse in eine dubiose Kryptowährung steckt, der Schüler, der vor der Prüfung lieber zockt. Wer ihn sagt, zieht sich zurück und gibt die Verantwortung ab.

Der Ton ist resigniert oder leicht verärgert, manchmal belehrend. Unter Freunden klingt er wie ein Achselzucken: Ich hab’s dir ja gesagt. Gegenüber Menschen in echter Not, etwa bei einer Sucht oder Krankheit, wirkt er hart, weil er unterstellt, sie wollten sich nicht helfen lassen. In Zeitungen dient er oft als ironischer Seitenhieb auf Behörden oder Parteien, die Fachleute nicht anhören. Verwandt ist „Wer nicht hören will, muss fühlen“, das allerdings die Strafe betont und nicht den Rückzug des Ratgebers.

## Woher kommt „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen“?

Das Sprichwort ist seit dem 16. Jahrhundert belegt. Wander führt es unter dem Stichwort „Rathen“ in der alten Form „Wem nicht zu raden stehet, dem ist (auch) nicht zu helffen“ und nennt als erste Quelle Johannes Agricolas Sprichwörtersammlung von 1529, danach zahlreiche spätere Sammlungen bis zu Simrock. Dazu zitiert er einen Reim aus Paul Rebhuns „Hochzeitspiel auf die Hochzeit zu Cana“ (1538): „Wer ihm will lassen rhaten nicht, dem ist auch nicht zu helfen.“ „Raten“ heißt hier, wie heute noch in „jemandem raten“, einen Rat geben.

Im Englischen steht derselbe Gedanke bei Benjamin Franklin. In „The Way to Wealth“ (1758) lässt er seinen Redner schließen: „They that won’t be counselled, can’t be helped“, und gibt das als Spruch seines „Poor Richard“ aus. Das deutsche Sprichwort war da schon mehr als zwei Jahrhunderte alt. Ein Franklin-Zitat ist es also nicht, auch wenn beide Sätze fast wörtlich übereinstimmen.

## Beispiele

- Aylin hat ihrem Bruder dreimal gesagt, er solle den Mietvertrag nicht ungelesen unterschreiben. Jetzt jammert er über die Nebenkosten. Sie seufzt: „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen.“
- Der Werkstattmeister hatte vor den abgefahrenen Reifen gewarnt, Herr Becker wollte sparen. Nach dem Ausrutscher im ersten Schnee sagt der Meister nur: „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen.“
- In der Lerngruppe hat Finn jede Probeklausur geschwänzt. Als er durchfällt, schreibt Leonie in den Chat: „Wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu helfen.“

## Auch gesagt

- Wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu helfen

## Auf Englisch

- He that will not be counselled cannot be helped
- They that won’t be counselled, can’t be helped

## Ähnliche Sprichwörter

- [Wer nicht hören will, muss fühlen](https://deutschesprichwoerter.de/wer-nicht-hoeren-will-muss-fuehlen)
- [Perlen vor die Säue werfen](https://deutschesprichwoerter.de/perlen-vor-die-saeue-werfen)
- [Hopfen und Malz verloren](https://deutschesprichwoerter.de/hopfen-und-malz-verloren)
- [Aus Schaden wird man klug](https://deutschesprichwoerter.de/aus-schaden-wird-man-klug)

## Häufige Fragen

### Ist „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen“ von Benjamin Franklin?

Nein. Franklin schrieb 1758 in „The Way to Wealth“ den gleichbedeutenden Satz „They that won’t be counselled, can’t be helped“. „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen“ ist aber schon in Agricolas Sammlung von 1529 belegt, mehr als zwei Jahrhunderte früher.

### Woher kommt „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen“?

Das Sprichwort ist ein alter deutscher Volksspruch. Wander führt es in der Form „Wem nicht zu raden stehet, dem ist (auch) nicht zu helffen“ und nennt als erste Quelle Johannes Agricolas Sammlung von 1529.

### Wie sagt man „Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen“ auf Englisch?

Wander gibt als englische Entsprechung „He that will not be counselled cannot be helped“ an. Bekannter ist Benjamin Franklins Fassung „They that won’t be counselled, can’t be helped“.

## Quellen

- [DWDS: wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen](https://www.dwds.de/wb/wem%20nicht%20zu%20raten%20ist%2C%20dem%20ist%20auch%20nicht%20zu%20helfen)
- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Rathen‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Rathen)
- [Benjamin Franklin: The Way to Wealth (1758), Teaching American History](https://teachingamericanhistory.org/document/the-way-to-wealth/)
- [Wikipedia: Paul Rebhun](https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Rebhun)

Stand: 12. Oktober 2026
