# Was sich liebt, das neckt sich

> Wer sich gern hat, zieht sich oft gegenseitig auf; kleine Sticheleien können ein Zeichen von Zuneigung sein.

Sprichwort über Liebe und Freundschaft, Streit und Konflikt. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/was-sich-liebt-das-neckt-sich

## Was bedeutet „Was sich liebt, das neckt sich“?

„Was sich liebt, das neckt sich“ bedeutet, dass gegenseitiges Aufziehen und harmlose Sticheleien oft ein Zeichen von Zuneigung sind. Das Paar, das sich ständig kabbelt, die Geschwister mit ihren Spitznamen füreinander, die zwei Kollegen, die sich jeden Morgen frotzeln: Von außen sieht das nach Streit aus, dahinter steckt Sympathie. Man sagt das Sprichwort meist schmunzelnd als Kommentar, oft mit dem Unterton, dass da mehr im Spiel ist, als die beiden zugeben wollen.

Besonders gern wird es auf zwei Menschen angewandt, die sich auffällig oft necken und noch kein Paar sind. Dann ist es eine kleine Prophezeiung. Seine Grenze hat der Satz dort, wo aus Necken Kränkung wird: Wer andere herabsetzt oder bloßstellt, kann sich nicht auf das Sprichwort berufen. Schon im 19. Jahrhundert spottete man über diese Ausrede; Wander verzeichnet den Zusatz „sagte der Mann, als er sein Weib mit dem Stiefelknecht schlug“. Abgewandelt heißt es heute auch „Was sich liebt, das küsst sich“ oder „Was sich liebt, das fetzt sich“.

## Woher kommt „Was sich liebt, das neckt sich“?

Das Sprichwort ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt, zunächst in umgekehrter Reihenfolge. Theodor Gottlieb von Hippel schreibt 1779 im zweiten Band seines Romans „Lebensläufe nach aufsteigender Linie“: „Was sich neckt, das liebt sich.“

Die heutige Form steht in Karl Simrocks Sammlung „Die deutschen Sprichwörter“, und Wander verzeichnet 1873 im dritten Band seines „Deutschen Sprichwörter-Lexikons“ „Was sich liebt, das neckt sich“ mit Verweis auf Simrock. Gleich daneben steht die spöttische Erweiterung mit dem Stiefelknecht, ein Zeichen dafür, dass man den Satz schon damals auch als bequeme Entschuldigung kannte. Das Sprichwörterbuch des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache führt heute beide Reihenfolgen, wobei „Was sich liebt, das neckt sich“ die übliche ist.

## Beispiele

- Lukas nennt Ida seit der fünften Klasse „Tomate“, und sie revanchiert sich mit „Professor“. Die Klassenlehrerin flüstert ihrer Kollegin zu: „Was sich liebt, das neckt sich.“
- Opa und Oma streiten sich beim Kreuzworträtsel um jedes Kästchen. „Die sind seit fünfzig Jahren verheiratet“, sagt ihre Enkelin. „Was sich liebt, das neckt sich.“
- In der WhatsApp-Gruppe ziehen sich Kim und Marvin seit Wochen gegenseitig auf. Irgendwann schreibt Selin: „Was sich liebt, das neckt sich. Nur so als Hinweis.“

## Auch gesagt

- Was sich neckt, das liebt sich

## Ähnliche Sprichwörter

- [Jemanden auf den Arm nehmen](https://deutschesprichwoerter.de/jemanden-auf-den-arm-nehmen)
- [Gegensätze ziehen sich an](https://deutschesprichwoerter.de/gegensaetze-ziehen-sich-an)

## Häufige Fragen

### Heißt es „Was sich liebt, das neckt sich“ oder „Was sich neckt, das liebt sich“?

Beides ist belegt. Heute ist „Was sich liebt, das neckt sich“ üblich; die umgekehrte Form findet sich schon 1779 bei Theodor Gottlieb von Hippel.

### Gibt es eine englische Entsprechung zu „Was sich liebt, das neckt sich“?

Ein festes englisches Sprichwort gibt es nicht. Man umschreibt den Gedanken etwa mit „teasing is a sign of affection“.

### Stimmt das Sprichwort?

Oft ja: Freundliches Necken setzt Vertrauen voraus und kann Nähe ausdrücken. Wird daraus aber Spott, der verletzt, trifft das Sprichwort nicht mehr zu.

## Quellen

- [OWID Sprichwörterbuch: Was sich liebt, das neckt sich](https://www.owid.de/artikel/401745)
- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Bd. 3 (1873)
- Theodor Gottlieb von Hippel: Lebensläufe nach aufsteigender Linie, Bd. 2 (1779)

Stand: 11. Oktober 2026
