# Waidmannsheil

> Gruß der Jäger untereinander: ein Wunsch für Jagdglück und ein Glückwunsch, wenn jemand ein Stück Wild erlegt hat.

Ausruf über Glück und Pech, Tiere. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/waidmannsheil

## Was bedeutet „Waidmannsheil“?

„Waidmannsheil“ ist der Gruß der Jäger und bedeutet so viel wie „Viel Jagdglück“. Jäger grüßen sich damit im Revier, vor der Gesellschaftsjagd oder auf dem Weg zum Hochsitz, und sie beglückwünschen damit einen Jäger, der ein Stück Wild erlegt hat. Der Gruß gehört fest zur Jägersprache und zum Brauchtum: Er fällt beim Anstoßen nach der Jagd ebenso wie beim Jägerschlag, der feierlichen Aufnahme eines Jungjägers. Der Ton ist zünftig und traditionsbewusst.

Wichtig ist die richtige Antwort. Wer einfach gegrüßt wird, gibt „Waidmannsheil“ zurück. Wer zu einem Jagderfolg beglückwünscht wird, antwortet mit „Waidmannsdank“. Duden und DWDS führen „Weidmannsheil“ als Hauptform, die Schreibung mit „ai“ ist in der Fachsprache der Jäger verbreitet. Daneben gibt es die Wendung „Waidmannsheil haben“, also bei der Jagd Erfolg haben. Außerhalb der Jägerschaft hört man den Gruß selten, und wenn, dann meist scherzhaft, etwa für jemanden, der auf Wohnungssuche oder auf Schnäppchenjagd geht.

## Woher kommt „Waidmannsheil“?

Das Wort setzt sich aus „Waidmann“, also Jäger, und „Heil“ zusammen. „Weidmann“ geht auf mittelhochdeutsch „weidemann“ zurück, das Jäger und Fischer bezeichnete. Darin steckt das alte Wort „Weide“ im Sinn von Nahrungserwerb, Jagd und Fischfang, das mit der Viehweide verwandt ist. Das Etymologische Wörterbuch von Pfeifer nimmt als Grundsinn „Ausgang auf Nahrungssuche“ an. Die Schreibung mit „ai“ hat sich in der Jägersprache gehalten, der Duden nennt sie besonders fachsprachlich.

Als Jägergruß ist das Wort nach Grimms Deutschem Wörterbuch seit 1746 belegt. In Heinrich Wilhelm Döbels Jagdlehrbuch „Neueröffnete Jäger-Practica“ kommt es demnach häufiger vor als „Glückauf“, das damals ebenfalls unter Jägern üblich war. Später wurde „Waidmannsheil“ laut Grimm zeitweise von „Glückauf“ zurückgedrängt, blieb aber im Südosten des Sprachgebiets in vielfachem Gebrauch. Im 19. Jahrhundert verwenden es Dichter wie Nikolaus Lenau, Ludwig Anzengruber und Peter Rosegger.

## Beispiele

- Nach der Drückjagd im Spessart legt Revierförsterin Anke dem jungen Tobias die Hand auf die Schulter: „Waidmannsheil zu deinem ersten Keiler!“ Tobias strahlt: „Waidmannsdank!“
- Auf dem Feldweg zum Hochsitz trifft Herr Brenner seinen Jagdnachbarn. Beide nicken sich zu: „Waidmannsheil.“
- „Ich geh am Samstag zum ersten Mal mit meinem Vater als Treiberin mit“, schreibt Maja in die Klassengruppe. Ben antwortet: „Waidmannsheil! Und bring Fotos mit.“

## Auch gesagt

- Weidmannsheil
- Waidmanns Heil

## Ähnliche Sprichwörter

- [Petri Heil](https://deutschesprichwoerter.de/petri-heil)
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## Häufige Fragen

### Was antwortet man auf „Waidmannsheil“?

Auf den einfachen Gruß antwortet man ebenfalls mit „Waidmannsheil“. Wer zu erlegtem Wild beglückwünscht wird, sagt „Waidmannsdank“.

### Schreibt man „Waidmannsheil“ oder „Weidmannsheil“?

Beides ist richtig. Duden und DWDS führen „Weidmannsheil“ als Hauptform, die Schreibung „Waidmannsheil“ ist in der Fachsprache der Jäger verbreitet.

### Was ist ein Waidmann?

Ein Waidmann oder Weidmann ist ein Jäger, besonders einer, der nach den Regeln der Jagd handelt. Das Wort geht auf mittelhochdeutsch „weidemann“ zurück, das Jäger und Fischer bezeichnete.

## Quellen

- [Duden: Weidmannsheil](https://www.duden.de/rechtschreibung/Weidmannsheil)
- [DWDS: Weidmann (Etymologie nach Pfeifer)](https://www.dwds.de/wb/Weidmann)
- [Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚weidmannsheil‘](https://www.dwds.de/wb/dwb/weidmannsheil)
- [Wiktionary: Weidmannsheil](https://de.wiktionary.org/wiki/Weidmannsheil)

Stand: 11. Oktober 2026
