# Viel Feind, viel Ehr

> Viele Gegner zu haben ist keine Schande, sondern ein Zeichen, dass man etwas bewegt und ernst genommen wird.

Sprichwort über Streit und Konflikt, Mut und Risiko. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/viel-feind-viel-ehr

## Was bedeutet „Viel Feind, viel Ehr“?

„Viel Feind, viel Ehr“ heißt: Viele Gegner zu haben ist keine Schande, sondern ein Zeichen von Bedeutung. Wer von allen Seiten angegriffen wird, so die Logik, wird offenbar ernst genommen. Den Satz gebrauchen vor allem Menschen in exponierter Lage: eine Ministerin, deren Reform Ärzte, Kassen und Länder zugleich ablehnen, ein Schiedsrichter, den beide Fankurven auspfeifen, eine Journalistin, die sich mit Mächtigen anlegt. Er dient als trotzige Selbstbehauptung, mit der man Gegenwind in Bestätigung umdeutet.

Genau darauf zielt der Spott. Viele Feinde kann man sich auch durch Ungeschick, Sturheit oder schlechte Arbeit machen, und wer jede Kritik mit „Viel Feind, viel Ehr“ abtut, macht es sich bequem. Ein Kommentar in der „Berliner Zeitung“, den das DWDS zitiert, nennt den Spruch deshalb „bloß eine Masche“. Ursprünglich ging es um Ruhm im Kampf gegen eine Übermacht, nicht um Kritik in Zeitungen und Netzwerken. Die Kurzformen „Feind“ und „Ehr“ für „Feinde“ und „Ehre“ sind typisch für alte Wahlsprüche, man schreibt auch „Viel Feind’, viel Ehr’“.

## Woher kommt „Viel Feind, viel Ehr“?

Der Satz gilt als Wahlspruch Georgs von Frundsberg (1473–1528), des Landsknechtsführers Kaiser Maximilians I. Wander nennt ihn 1867 Frundsbergs Wahlspruch, Meyers Konversations-Lexikon von 1905 einen Ausspruch Frundsbergs. Heutige Nachschlagewerke verbinden ihn mit der Schlacht bei Vicenza 1513, in der Frundsbergs Landsknechte zusammen mit spanischen Truppen ein überlegenes venezianisches Heer schlugen. Einen zeitgenössischen Beleg nennt keines dieser Werke. Ob Frundsberg den Satz wirklich gesagt hat oder ob ihm ein umlaufendes Sprichwort zugeschrieben wurde, ist deshalb offen.

Als Sprichwort ist der Satz im 17. Jahrhundert belegt. Christoph Lehmann verzeichnet die längere Form „Viel Feind, viel Ehr, viel Leute, viel Beute“, ganz im Sinn der Söldnerwelt: Viele Gegner bringen Ruhm, viele Menschen im feindlichen Lager Beute. Wander (Stichwort ‚Feind‘, Nr. 152) stellt lateinische Parallelen daneben, etwa „Quo plures hostes, tanto major honor“: Je mehr Feinde, desto größer die Ehre.

## Beispiele

- Die Gesundheitsministerin wird für ihre Krankenhausreform von Ärzten, Kassen und Ländern gleichzeitig kritisiert. Im Interview lächelt sie nur: „Viel Feind, viel Ehr.“
- Schiedsrichterin Jana Hoffmann wird nach dem Pokalspiel von beiden Fanlagern ausgepfiffen. In der Kabine sagt ihr Assistent: „Viel Feind, viel Ehr. Du hast alles richtig gemacht.“
- Malte hat im Elternbeirat so lange gegen das neue Schulessen gewettert, dass ihn inzwischen alle meiden. „Viel Feind, viel Ehr“, sagt er stolz. Seine Frau verdreht die Augen: „Oder einfach viel Feind.“

## Auch gesagt

- Viel Feind’, viel Ehr’
- Viel Feind, viel Ehr, viel Leute, viel Beute

## Ähnliche Sprichwörter

- [Wer nicht wagt, der nicht gewinnt](https://deutschesprichwoerter.de/wer-nicht-wagt-der-nicht-gewinnt)
- [Dem Mutigen gehört die Welt](https://deutschesprichwoerter.de/dem-mutigen-gehoert-die-welt)
- [Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann](https://deutschesprichwoerter.de/allen-leuten-recht-getan-ist-eine-kunst-die-niemand-kann)

## Häufige Fragen

### Von wem stammt „Viel Feind, viel Ehr“?

„Viel Feind, viel Ehr“ wird Georg von Frundsberg zugeschrieben, dem Landsknechtsführer Kaiser Maximilians I., angeblich zur Schlacht bei Vicenza 1513. Diese Zuschreibung ist in Nachschlagewerken des 19. Jahrhunderts greifbar, einen Beleg aus Frundsbergs Lebzeiten nennen sie nicht.

### Wie lautet die längere Form von „Viel Feind, viel Ehr“?

Christoph Lehmann verzeichnet im 17. Jahrhundert „Viel Feind, viel Ehr, viel Leute, viel Beute“. Der Zusatz zeigt den Hintergrund aus der Söldnerwelt: Viele Gegner versprachen Ruhm und, wenn man siegte, reiche Beute.

### Schreibt man „Viel Feind, viel Ehr“ mit Apostroph?

Beides kommt vor. Duden und DWDS schreiben „viel Feind, viel Ehr“ ohne Apostroph, in Zitatsammlungen steht oft „Viel Feind’, viel Ehr’“. Der Apostroph zeigt das weggefallene e von „Feinde“ und „Ehre“ an.

## Quellen

- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Feind‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Feind)
- [Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905): Viel Feind, viel Ehr!](http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Viel+Feind,+viel+Ehr!)
- [DWDS: viel Feind, viel Ehr](https://www.dwds.de/wb/viel%20Feind%2C%20viel%20Ehr)
- [Duden: Feind](https://www.duden.de/rechtschreibung/Feind)
- [Wikipedia: Georg von Frundsberg](https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Frundsberg)

Stand: 12. Oktober 2026
