# Um Gottes willen

> Ein Ausruf des Erschreckens und der Abwehr; in Bitten und Fragen verstärkt er die Dringlichkeit, etwa in „Komm um Gottes willen nicht zu spät“.

Ausruf über Reden und Schweigen. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/um-gottes-willen

## Was bedeutet „Um Gottes willen“?

„Um Gottes willen!“ ruft, wer über etwas erschrickt oder es entschieden abwehren will: „Um Gottes willen, ist dir was passiert?“ oder „Noch eine Sitzung? Um Gottes willen!“. Das DWDS unterscheidet drei Gebrauchsweisen. Als Ausruf drückt die Wendung Entsetzen, Ablehnung oder Abwehr aus. Nach Fragewörtern verstärkt sie Unverständnis oder Erstaunen: „Was um Gottes willen hast du dir dabei gedacht?“. Und in Bitten gibt sie einer Aufforderung Nachdruck: „Fahr um Gottes willen vorsichtig.“

Die Wendung gehört zur Alltagssprache und ist kein Fluch. Auch Menschen, die nicht religiös sind, benutzen sie, ohne an Gott zu denken. Gleichbedeutend ist „um Himmels willen“, das den Gottesnamen durch den Himmel ersetzt. Bei der Schreibung gibt es eine Stolperfalle: „willen“ ist hier eine Präposition und wird klein geschrieben. Duden erklärt das Wort als erstarrten Akkusativ von „Wille“, und das DWDS wertet „um Gottes Willen“ mit großem W als falsche Schreibung.

## Woher kommt „Um Gottes willen“?

Die Formel ist sehr alt. Das Grimmsche Wörterbuch zeigt, dass im Mittelhochdeutschen zunächst „durch got“ und „durch gotes willen“ üblich waren; „um Gottes willen“ setzt sich in der Schriftsprache seit dem 15. und 16. Jahrhundert durch. Ursprünglich hieß das „Gott zuliebe, mit Berufung auf Gott“. So bat man um Gnade oder um ein Almosen, und wer etwas „um Gottes willen“ gab, gab es aus Barmherzigkeit und ohne Lohn. Noch Goethe spricht von einem Arzt, dem alle Kuren gelangen, „die er um gottes willen an armen that“.

Aus der flehenden Bitte, bei der ein Verb wie „bitte“ mitzudenken war, wurde der selbständige Ausruf. Schon bei Hartmann von Aue reagiert eine Figur erschrocken mit „nû durch got“. Bei Goethe heißt es dann: „um gottes willen! rief er aus, was ist das?“

## Beispiele

- „Um Gottes willen, was ist mit deinem Arm passiert?“, fragt Hannah, als ihr Kollege mit Gips ins Büro kommt.
- Der Trainer will das Abschlusstraining auf sechs Uhr morgens legen. Aus der Kabine ruft jemand: „Um Gottes willen, bloß nicht!“
- Vor der Abifeier schreibt Mama in den Chat: „Fahrt um Gottes willen mit dem Taxi nach Hause und nicht bei Jonas mit.“

## Auch gesagt

- Um Himmels willen

## Auf Englisch

- For God’s sake!
- For heaven’s sake!

## Ähnliche Sprichwörter

- [Gott bewahre](https://deutschesprichwoerter.de/gott-bewahre)
- [Ach du lieber Himmel](https://deutschesprichwoerter.de/ach-du-lieber-himmel)
- [Herrjemine](https://deutschesprichwoerter.de/herrjemine)
- [Grundgütiger](https://deutschesprichwoerter.de/grundguetiger)

## Häufige Fragen

### Schreibt man „um Gottes willen“ groß oder klein?

„Willen“ wird klein geschrieben, weil es in dieser Wendung eine Präposition ist: „um Gottes willen“. Die Schreibung „um Gottes Willen“ gilt als falsch.

### Ist „um Gottes willen“ ein Fluch?

Nein. Die Wendung ist ein Ausruf des Erschreckens oder eine verstärkte Bitte und gilt nicht als anstößig. Wer den Gottesnamen meiden will, sagt „um Himmels willen“.

### Was bedeutete „um Gottes willen“ ursprünglich?

Ursprünglich hieß es „Gott zuliebe“. Man bat jemanden mit Berufung auf Gott um etwas, etwa um ein Almosen, und wer „um Gottes willen“ half, tat es aus Barmherzigkeit und ohne Lohn.

## Quellen

- [DWDS: um Gottes willen](https://www.dwds.de/wb/um%20Gottes%20willen)
- [Duden: willen](https://www.duden.de/rechtschreibung/willen)
- [Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚Gott‘](https://www.dwds.de/wb/dwb/gott)

Stand: 11. Oktober 2026
