# Übung macht den Meister

> Wer etwas oft und regelmäßig wiederholt, wird darin sicher und gut. Können entsteht durch Training.

Sprichwort über Lernen und Erfahrung, Arbeit und Fleiß. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/uebung-macht-den-meister

## Was bedeutet „Übung macht den Meister“?

Niemand kann etwas sofort perfekt. Ob Klavier, Einparken, Vokabeln oder Elfmeter: Erst durch Wiederholung wird aus Gestolper Routine. Das Sprichwort dient meist als Ermutigung, wenn jemand frustriert ist, weil es noch nicht klappt, und als Aufforderung, dranzubleiben.

Der Haken: Übung allein garantiert keine Meisterschaft. Wer einen Fehler hundertmal wiederholt, wird vor allem gut darin, diesen Fehler zu machen. Deshalb hört man oft die Ergänzung, es komme auf die richtige Übung an. Ironisch fällt der Satz, wenn jemand etwas Fragwürdiges perfektioniert hat, etwa das Zuspätkommen oder das Erfinden von Ausreden.

## Woher kommt „Übung macht den Meister“?

Der Gedanke ist antik. Cicero spricht in seiner Rede für Rabirius Postumus von der Erfahrung als bestem Lehrmeister („usus magister est optimus“), Caesar nennt sie die Lehrmeisterin in allen Dingen. Tacitus beschreibt in der „Germania“ den Schwerttanz junger Germanen und bemerkt, Übung habe daraus Kunstfertigkeit gemacht. Daraus wurde der lateinische Merksatz „Exercitatio artem parat“.

Die deutsche Form verzeichnet Friedrich Petri Anfang des 17. Jahrhunderts, daneben „Tegliche Vbung macht gute Meister“. Der Meister ist der, der sein Fach beherrscht, im alten Handwerk nach Lehr- und Gesellenjahren. Wander sammelte im 19. Jahrhundert auch spöttische Fortsetzungen, etwa „Übung macht den Meister, Ärzte ausgenommen“ aus den „Fliegenden Blättern“ von 1857.

## Beispiele

- Mia übt seit Wochen dieselbe Etüde und ist kurz davor, die Noten zu zerreißen. Ihr Klavierlehrer sagt: „Übung macht den Meister. Nächsten Monat spielst du das im Schlaf.“
- Beim ersten Einparken touchiert Paul fast den Bordstein. „Übung macht den Meister“, sagt der Fahrlehrer und lässt ihn noch fünfmal rückwärts in die Lücke fahren.
- „Wie schaffst du es, jedes Mal eine Ausrede parat zu haben?“, fragt Sara ihren Bruder. Er grinst: „Übung macht den Meister.“

## Auf Englisch

- Practice makes perfect

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## Häufige Fragen

### Wie heißt „Übung macht den Meister“ auf Latein?

Meist wird „Exercitatio artem parat“ genannt, frei nach Tacitus: Übung bringt Kunstfertigkeit hervor. Ebenfalls verbreitet ist „Usus magister est optimus“, die Erfahrung ist der beste Lehrmeister, eine Wendung aus einer Rede Ciceros.

### Von wem stammt „Übung macht den Meister“?

Einen Urheber gibt es nicht. Es ist ein deutsches Sprichwort, das seit dem frühen 17. Jahrhundert in Sammlungen steht und römische Vorbilder bei Cicero, Caesar und Tacitus hat.

### Wie sagt man „Übung macht den Meister“ auf Englisch?

Auf Englisch heißt es „Practice makes perfect“, wörtlich: Übung macht perfekt.

## Quellen

- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Uebung‘
- [Cicero: Pro Rabirio Postumo 9 (The Latin Library)](https://www.thelatinlibrary.com/cicero/rabiriopost.shtml)
- [Caesar: De bello civili 2,8 (The Latin Library)](https://www.thelatinlibrary.com/caesar/bc2.shtml)
- [Tacitus: Germania 24 (The Latin Library)](https://www.thelatinlibrary.com/tacitus/tac.ger.shtml)

Stand: 11. Oktober 2026
