# Sackzement

> Ein süddeutscher Fluch des Ärgers, verdreht aus „Sakrament“, ungefähr so viel wie „Verflixt noch mal!“.

Ausruf über Reden und Schweigen, Familie und Herkunft. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/sackzement

## Was bedeutet „Sackzement“?

Hochdeutsch: „Sakrament!“. „Sackzement!“ entfährt einem, wenn etwas schiefgeht: Der Akku ist leer, der Schlüssel liegt drinnen, der Bus fährt gerade ab. Der Ausruf ist vor allem im Schwäbischen, Bairischen und Alemannischen zu Hause, also im Süden und Südwesten des deutschen Sprachraums. Das Wörterbuch der deutschen Umgangssprache verzeichnet „Sack Zement“ als Ausruf des Unmuts, vorwiegend oberdeutsch, daneben in Hessen und im Rheinland.

Gegenüber dem derben „Sakrament!“ ist „Sackzement“ entschärft. Der heilige Begriff ist zu zwei Alltagswörtern verdreht, dem Sack und dem Baustoff Zement. Dadurch klingt der Fluch heute eher urig als anstößig, und viele benutzen ihn gerade wegen seines kernigen Klangs. Verstärken lässt er sich mit „nochmal“: „Sackzement nochmal!“. Daneben gibt es die Form „Sacklzement“ mit dem bairischen Verkleinerungs-l. Er richtet sich gegen eine Sache oder eine Lage, nicht gegen einen Menschen, und gilt deshalb nicht als Beleidigung.

## Woher kommt „Sackzement“?

„Sackzement“ ist eine Entstellung von „Sakrament“. Das Wort bezeichnet in der Kirche heilige Handlungen wie Taufe und Abendmahl, und gerade deshalb galt sein Gebrauch als Fluch als anstößig. Duden führt „Sakrament [noch mal]!“ als derben Ausruf ungeduldiger Entrüstung. Wer den Fluch abschwächen wollte, verbog das Wort, bis es harmlos klang: So entstanden Formen wie „Sackerment“, „Sapperment“ und eben „Sackzement“, in dem nur noch Klang und Rhythmus an das Original erinnern.

Das Wörterbuch der deutschen Umgangssprache datiert „Sack Zement“ auf die Zeit ab 1850. Wann und wo genau die Form zuerst aufkam, ist nicht belegt. Mit Zementsäcken oder dem Bauhandwerk hat der Fluch nichts zu tun, auch wenn das Wortbild dazu einlädt.

## Beispiele

- Der Rasenmäher springt zum dritten Mal nicht an. „Sackzement!“, schimpft Herr Bühler und tritt gegen das Rad.
- Laura merkt an der Kasse, dass ihr Geldbeutel noch im Auto liegt. „Sackzement nochmal“, murmelt sie und lässt den Einkaufswagen stehen.
- Beim Aufbau für die Fasnet reißt das Transparent mitten durch. Vom Leiterwagen tönt ein kräftiges „Sackzement!“ herunter.

## Auch gesagt

- Sackzement nochmal!
- Sacklzement

## Auf Englisch

- Dang it!

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## Häufige Fragen

### Ist „Sackzement“ ein schlimmes Schimpfwort?

Nein. „Sackzement“ ist eine abgeschwächte Form des Fluchs „Sakrament“ und klingt eher urig als grob. Gegen Menschen richtet sich das Wort nicht, es drückt nur Ärger über eine Sache aus.

### Was hat „Sackzement“ mit Zement zu tun?

Nichts. Das Wort ist aus „Sakrament“ verdreht, damit der Fluch nicht mehr nach dem heiligen Begriff klingt. Sack und Zement sind nur Klangbausteine.

### Wo sagt man „Sackzement“?

Vor allem im Schwäbischen, Bairischen und Alemannischen. Das Wörterbuch der deutschen Umgangssprache nennt den Ausruf vorwiegend oberdeutsch, mit Verbreitung auch in Hessen und im Rheinland.

## Quellen

- [Wörterbuch der deutschen Umgangssprache: Sack Zement](https://umgangssprache_de.de-academic.com/21546/Sack_Zement)
- [Duden: Sakrament](https://www.duden.de/rechtschreibung/Sakrament)

Stand: 11. Oktober 2026
