# Rache ist süß

> Es verschafft Genugtuung, jemandem ein erlittenes Unrecht oder eine Niederlage heimzuzahlen.

Sprichwort über Streit und Konflikt, Charakter und Moral. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/rache-ist-suess

## Was bedeutet „Rache ist süß“?

„Rache ist süß“ sagt, dass Vergeltung Befriedigung verschafft, wenn man jemandem eine Kränkung, einen Schaden oder eine Niederlage heimzahlt. Im Alltag fällt der Satz fast immer augenzwinkernd: beim Revanchesieg im Tischtennis, wenn der große Bruder beim Kartenspiel endlich verliert, oder wenn die Kollegin, die einen ständig korrigiert, selbst einen Tippfehler in der Rundmail hat. Dann begleitet ihn meist ein breites Grinsen. Ernst gemeint wirkt er kalt und ein wenig unheimlich, wie in Krimis und Thrillern, wo der Rächer ihn kurz vor dem großen Auftritt murmelt.

Eine scherzhafte Abwandlung ist „Rache ist Blutwurst“, die eher eine spielerische Drohung ausdrückt. Wer den Satz als Lebensregel versteht, überhört seine Ironie: Er beschreibt ein Gefühl, keine Empfehlung. Über echte Verbrechen oder schwere Verletzungen mit „Rache ist süß“ zu sprechen, gilt als geschmacklos. Auch unter Freunden kann der Satz kippen, wenn die Revanche den anderen wirklich trifft und nicht nur sein Ego.

## Woher kommt „Rache ist süß“?

Wer den Satz zuerst so formuliert hat, ist nicht bekannt. Das Bild ist aber sehr alt. In Homers „Ilias“ (18. Gesang) klagt Achilleus nach dem Tod des Patroklos über den Zorn, der süßer sei als Honig und doch in der Brust der Männer anwachse wie ein Feuer. Der römische Satiriker Juvenal lässt in seiner 13. Satire einen Gesprächspartner sagen, Rache sei ein Gut, „vita iucundius ipsa“, angenehmer als das Leben selbst. Juvenal widerspricht sofort: Rache sei stets die Lust eines kleinen, schwachen Geistes.

Im Deutschen belegt Grimms Wörterbuch das Motiv der süßen Rache unter anderem bei Christian Weise im 17. Jahrhundert, der von einer Begierde zur Rache spricht, „darinn er sich einige süszigkeit einbildet“. Oft liest man, das Sprichwort stamme aus dem 5. Buch Mose. Das stimmt nicht: Dort heißt es „Die Rache ist mein, ich will vergelten“ (5. Mose 32,35), von Süße ist keine Rede.

## Beispiele

- Letztes Jahr hat Finn im Vereinsturnier gegen seinen Kumpel Marek verloren, diesmal gewinnt er das Finale. Beim Händeschütteln grinst er: „Rache ist süß.“
- Im Familienchat postet Lea ein Foto: ihr Bruder, der sie jahrelang aus dem Bad geworfen hat, steht jetzt selbst vor der verschlossenen Tür. Darunter schreibt sie: „Rache ist süß.“
- Die Nachbarn haben wochenlang bis Mitternacht gefeiert. Als deren Baby ab fünf Uhr früh schreit, sagt Herr Brandt beim Brötchenholen trocken: „Rache ist süß, und ich musste nicht mal etwas dafür tun.“

## Lustige Abwandlungen

- Rache ist Blutwurst (Umgangssprachlich, literarisch belegt 1929 in Remarques „Im Westen nichts Neues“.)

## Auf Englisch

- Revenge is sweet
- Revenge is a dish best served cold

## Ähnliche Sprichwörter

- [Schadenfreude ist die schönste Freude](https://deutschesprichwoerter.de/schadenfreude-ist-die-schoenste-freude)
- [Wer zuletzt lacht, lacht am besten](https://deutschesprichwoerter.de/wer-zuletzt-lacht-lacht-am-besten)
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## Häufige Fragen

### Steht „Rache ist süß“ in der Bibel?

Nein. Die Bibel sagt in 5. Mose 32,35 und Römer 12,19 „Die Rache ist mein“, gemeint ist: Rache steht allein Gott zu. Von süßer Rache ist dort nirgends die Rede.

### Was bedeutet „Rache ist Blutwurst“?

„Rache ist Blutwurst“ ist eine scherzhafte, umgangssprachliche Abwandlung von „Rache ist süß“. Man droht damit spielerisch eine Revanche an, ohne es wirklich ernst zu meinen.

### Wie sagt man „Rache ist süß“ auf Englisch?

Wörtlich „Revenge is sweet“. Verwandt ist „Revenge is a dish best served cold“: Rache genießt man am besten mit kühlem Kopf und etwas Abstand.

## Quellen

- [Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚Rache‘](https://www.dwds.de/wb/dwb/Rache)
- [Lutherbibel 2017: 5. Mose 32,35](https://www.bibleserver.com/LUT/5.Mose32)
- Juvenal: Satiren, 13. Satire
- Homer: Ilias, 18. Gesang, übersetzt von Johann Heinrich Voß
- Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues (1929), Kapitel 3

Stand: 11. Oktober 2026
