# Potztausend

> Veralteter Ausruf des Erstaunens oder der Verwünschung, aus einem alten Fluch beim Namen Gottes entstanden.

Ausruf über Reden und Schweigen. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/potztausend

## Was bedeutet „Potztausend“?

„Potztausend!“ ist ein veralteter Ausruf, mit dem man Staunen oder Ärger ausdrückt. Das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, das im DWDS steht, nennt ihn salopp und gibt zwei Beispiele: als Verwünschung im Sinne von „verflucht noch einmal“ („potztausend, jetzt lass mich aber in Frieden!“) und als staunende Anerkennung („er hat Mut, potztausend“). Heute begegnet man ihm vor allem in Kinderbüchern, Märchen und alten Lustspielen, also überall dort, wo jemand absichtlich altmodisch spricht.

Als echter Fluch taugt das Wort nicht mehr, dafür klingt es zu verspielt. Wer heute „Potztausend!“ sagt, setzt es bewusst ein: um eine Leistung augenzwinkernd zu loben, um eine Bühnenfigur altertümlich sprechen zu lassen oder um Ärger in komischer Übertreibung zu zeigen. Dass in dem Wort einmal der Name Gottes und später der Teufel steckten, hört kaum jemand heraus. Die „Tausend“ ist dabei keine Mengenangabe, sondern eine Steigerung, die den Fluch größer klingen lassen sollte.

## Woher kommt „Potztausend“?

Wie „Potz Blitz“ geht „potztausend“ auf einen verhüllten Fluch zurück. „Potz“ ist nach Wolfgang Pfeifers Etymologischem Wörterbuch eine Entstellung von „Gottes“ und erscheint seit dem 15. Jahrhundert in Flüchen, die sich auf das Leiden Christi beziehen, etwa „potz Marter“ oder „potz Blut“. Für „potztausend“ zeichnet Pfeifer den Weg im 16. Jahrhundert nach: Flüche wie „Gotts sieben Sacrament“ wurden zu „gotts tausend sacrament“ übersteigert, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts kam „botz 100 tausend Teuffel“ hinzu, und daraus wurde verkürzt „potztausend“.

Die „Tausend“ übernahm dabei zugleich die Rolle des Teufels. Pfeifer verweist darauf, dass „Tausend-“ auch sonst verhüllend für den Teufel stand, etwa in „Tausendkünstler“, ursprünglich der Teufel als Alleskönner. Von den vielen „potz“-Flüchen sind nach Pfeifer nur wenige übrig geblieben: neben „potztausend“ vor allem „potz Blitz“, „potz Donnerwetter“ und „potz Teufel“.

## Beispiele

- Leon löst den Zauberwürfel in unter einer Minute. Sein Großvater pfeift durch die Zähne: „Potztausend, wie machst du das?“
- Im Krippenspiel der Gemeinde spielt Anton den Wirt und ruft: „Potztausend, schon wieder Leute ohne Reservierung!“
- Frau Ahrens findet beim Entrümpeln des Dachbodens die Briefmarkensammlung ihres Vaters. „Potztausend, die suche ich seit vierzig Jahren!“

## Auf Englisch

- Good gracious!
- Heavens above!

## Ähnliche Sprichwörter

- [Potz Blitz](https://deutschesprichwoerter.de/potz-blitz)
- [Ei der Daus](https://deutschesprichwoerter.de/ei-der-daus)
- [Sapperlot](https://deutschesprichwoerter.de/sapperlot)
- [Donnerwetter](https://deutschesprichwoerter.de/donnerwetter)

## Häufige Fragen

### Was hat „Potztausend“ mit Gott zu tun?

„Potz“ ist eine Entstellung von „Gottes“. „Potztausend“ ist nach Pfeifer aus Flüchen wie „gotts tausend sacrament“ entstanden, in denen der Name Gottes durch Verdrehung entschärft wurde.

### Warum ausgerechnet „tausend“?

Die Zahl ist eine Übersteigerung: Ältere Flüche sprachen von „sieben Sakramenten“, später wurden daraus tausend. Außerdem stand „Tausend-“ verhüllend für den Teufel, etwa in „Tausendkünstler“.

### Schreibt man „potztausend“ zusammen?

„Potztausend“ wird zusammengeschrieben, so verzeichnen es das DWDS und Pfeifers Wörterbuch. Getrennt schreibt man dagegen „potz Blitz“ und „potz Donnerwetter“.

## Quellen

- [DWDS: potztausend](https://www.dwds.de/wb/potztausend)
- [DWDS: potz (mit Pfeifers Etymologischem Wörterbuch)](https://www.dwds.de/wb/potz)
- [DWDS: tausend (mit Pfeifers Etymologischem Wörterbuch)](https://www.dwds.de/wb/tausend)

Stand: 11. Oktober 2026
