# Name ist Schall und Rauch

> Auf Namen und Bezeichnungen kommt es nicht an; entscheidend ist, was eine Sache oder ein Mensch tatsächlich ist.

Zitat über Reden und Schweigen, Charakter und Moral. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/name-ist-schall-und-rauch

## Was bedeutet „Name ist Schall und Rauch“?

„Name ist Schall und Rauch“ heißt: Der Name oder die Bezeichnung ist unwichtig, entscheidend ist die Sache selbst. „Schall und Rauch“ steht für etwas Flüchtiges, das verhallt und verweht; das DWDS erklärt die Wendung mit „ohne Bedeutung, belanglos“. Man sagt den Satz, wenn sich jemand über einen neuen Firmennamen aufregt, obwohl sich am Produkt nichts ändert, wenn Freunde ewig über den Namen einer Chatgruppe streiten oder wenn jemand den Namen seines Gegenübers vergessen hat und sich lachend herausredet.

Oft klingt der Satz gelassen, manchmal ausweichend: Wer ihn sagt, will sich nicht auf eine Bezeichnung festlegen lassen. Abwertend wird er, wenn ein Etikett nicht hält, was es verspricht, etwa bei einer „Reform“, die keine ist. Wer dagegen findet, dass Namen sehr wohl zählen, bei Marken, Titeln oder dem eigenen Nachnamen, widerspricht ausdrücklich. Häufig hört man auch die Mehrzahl „Namen sind Schall und Rauch“.

## Woher kommt „Name ist Schall und Rauch“?

Der Vers steht in Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808), in der Szene „Marthens Garten“. Gretchen stellt Faust die berühmte Frage: „Nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?“ und will wissen, ob er an Gott glaube. Faust weicht aus und antwortet mit einer schwärmerischen Rede über das Göttliche, das man fühlen, aber nicht benennen könne: „Nenn’ es dann wie du willst, / Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott! / Ich habe keinen Namen / Dafür! Gefühl ist alles; / Name ist Schall und Rauch, / Umnebelnd Himmelsglut.“ (V. 3453–3458).

Gemeint ist also der Name Gottes: Begriffe und Bekenntnisse verhüllen für Faust das Himmlische wie Nebel eine Glut. Gretchen bleibt skeptisch, ungefähr so sage das der Pfarrer auch, „nur mit ein bisschen andern Worten“. Die Verse gehören einer Figur, die gerade ein Mädchen umwirbt, und sind nicht ohne Weiteres Goethes eigenes Bekenntnis. Georg Büchmann verzeichnet sie 1898 in den „Geflügelten Worten“. Im heutigen Gebrauch hat sich der Satz von der Religion gelöst und bezieht sich auf jeden beliebigen Namen.

## Beispiele

- Die Bank heißt nach der Fusion plötzlich anders, Gebühren und Filiale bleiben gleich. „Name ist Schall und Rauch“, sagt Herr Schulz und zuckt mit den Schultern.
- Seit einer Stunde diskutiert das Abikomitee über das Motto für die Pullis. Aylin verliert die Geduld: „Name ist Schall und Rauch, Leute. Hauptsache, die Party wird gut.“
- Auf der Hochzeit begrüßt Onkel Bernd den Bräutigam herzlich mit dem falschen Vornamen. „Namen sind Schall und Rauch“, lacht er, als ihn seine Frau anstößt.

## Auch gesagt

- Namen sind Schall und Rauch
- Der Name ist Schall und Rauch

## Auf Englisch

- What’s in a name?

## Ähnliche Sprichwörter

- [Es ist nicht alles Gold, was glänzt](https://deutschesprichwoerter.de/es-ist-nicht-alles-gold-was-glaenzt)
- [Der Schein trügt](https://deutschesprichwoerter.de/der-schein-truegt)
- [Grau, teurer Freund, ist alle Theorie](https://deutschesprichwoerter.de/grau-teurer-freund-ist-alle-theorie)

## Häufige Fragen

### Wer sagt „Name ist Schall und Rauch“?

Faust sagt den Vers zu Gretchen, in der Szene „Marthens Garten“ aus Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808). Es ist seine Antwort auf ihre Frage, wie er es mit der Religion halte.

### Was meint Faust mit „Name ist Schall und Rauch“?

Faust meint mit „Name ist Schall und Rauch“ den Namen Gottes: Das Göttliche lasse sich fühlen, aber nicht in Worte fassen. Er antwortet damit ausweichend auf die Gretchenfrage nach seinem Glauben.

### Was bedeutet „Schall und Rauch“?

„Schall und Rauch“ bezeichnet etwas Flüchtiges ohne Gewicht: Schall verhallt, Rauch verweht. Das DWDS erklärt die Wendung mit „ohne Bedeutung, belanglos“.

### Wie sagt man „Name ist Schall und Rauch“ auf Englisch?

Am nächsten kommt „What’s in a name?“, ein Zitat aus Shakespeares „Romeo und Julia“. Julia fragt damit, was ein Name schon bedeute, eine Rose rieche unter jedem anderen Namen ebenso süß.

## Quellen

- [Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil (1808), Marthens Garten (V. 3453–3458)](https://de.wikisource.org/wiki/Faust_-_Der_Trag%C3%B6die_erster_Teil)
- [DWDS: Schall und Rauch](https://www.dwds.de/wb/Schall%20und%20Rauch)
- [Georg Büchmann: Geflügelte Worte, 19. Auflage 1898 (Projekt Gutenberg)](https://www.gutenberg.org/files/43759/43759-h/43759-h.htm)

Stand: 12. Oktober 2026
