# Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen

> Mit dem Alter der Kinder wachsen auch die Sorgen der Eltern, weil die Probleme größer und schwerer beeinflussbar werden.

Sprichwort über Familie und Herkunft, Zeit und Geduld. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/kleine-kinder-kleine-sorgen-grosse-kinder-grosse-sorgen

## Was bedeutet „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“?

„Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“ beschreibt eine Erfahrung vieler Eltern: Die Nöte des Kleinkindalters, aufgeschlagene Knie, Zahnen, schlaflose Nächte, erscheinen im Rückblick überschaubar. Später geht es um Schulabschluss, Liebeskummer, die erste Party, den Führerschein, um Geld, Beruf und Lebensentscheidungen, auf die Eltern kaum noch Einfluss haben. Das Sprichwort fällt seufzend unter Eltern von Teenagern oder als halb tröstender, halb warnender Satz gegenüber jungen Eltern, die gerade mit einem Säugling kämpfen.

„Klein“ heißt dabei nicht „leicht“: Wer nächtelang ein krankes Baby herumträgt, empfindet seine Sorgen als riesig. Gemeint ist eher, dass sich kleine Kinder trösten, beschützen und lenken lassen, große nicht mehr. Ihre Probleme haben Folgen, die man nicht einfach mit einem Pflaster behebt. Deshalb schwingt im Satz oft auch Zärtlichkeit mit: Die Sorgen hören nie auf, sie verändern nur ihre Gestalt.

## Woher kommt „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“?

Das Sprichwort ist mindestens seit dem 16. Jahrhundert belegt. Wander verzeichnet unter dem Stichwort „Kind“ die Form „Kleine Kinder, kleine sorgen; grosse Kinder, grosse sorgen“ und nennt als Fundstellen unter anderem Johannes Paulis Schwanksammlung „Schimpf und Ernst“, den Prediger Johannes Mathesius, Martin Luther und Friedrich Petri. Daneben stehen verwandte Fassungen wie „Kleine Kinder, klein Kreuz; grosse Kinder, gross Kreuz“.

Ein ähnliches Bild hält Petri fest: „Kleine Kinder tretten auffn Schoss, die grossen trotten auffs Hertz“. Wander führt daneben die bis heute bekannte Form „Kleine Kinder treten auf die Füsse, grosse auf das Herz“. Dazu nennt er Entsprechungen aus mehreren Sprachen, etwa das dänische „Smaa børn, smaa sorge; store børn store sorge“ und das italienische „Fanciulli piccioli, dolor di testa; fanciulli grandi, dolor di cuore“: kleine Kinder machen Kopfschmerzen, große Herzschmerzen.

## Beispiele

- Früher hat Sabine sich Sorgen gemacht, ob Paul genug Gemüse isst. Jetzt fährt er nachts mit dem Auto zur Party. „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“, seufzt sie im Elternchat.
- Die frischgebackene Mutter Aylin klagt über die Nächte mit dem Baby. Ihre Nachbarin, selbst Mutter von drei Studierenden, nickt: „Genieß es trotzdem. Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.“
- Als die Tochter ankündigt, für ein Jahr nach Australien zu gehen, sagt Opa Helmut zu seinem Sohn: „Tja, jetzt merkst du’s selbst. Große Kinder, große Sorgen.“

## Auch gesagt

- Kleine Kinder, klein Kreuz; große Kinder, groß Kreuz

## Ähnliche Sprichwörter

- [Alles hat seine Zeit](https://deutschesprichwoerter.de/alles-hat-seine-zeit)
- [Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten](https://deutschesprichwoerter.de/wo-viel-licht-ist-ist-auch-viel-schatten)

## Häufige Fragen

### Wie geht das Sprichwort „Kleine Kinder, kleine Sorgen“ weiter?

Die vollständige Form lautet „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“. Oft wird nur der zweite Teil zitiert, wenn es um die Probleme erwachsener oder fast erwachsener Kinder geht.

### Was bedeutet „Kleine Kinder treten auf die Füße, große auf das Herz“?

Das verwandte Sprichwort sagt dasselbe in einem Bild: Kleine Kinder sind körperlich anstrengend, große können ihre Eltern seelisch verletzen. In der Form „Kleine Kinder tretten auffn Schoss, die grossen trotten auffs Hertz“ steht es schon bei Friedrich Petri Anfang des 17. Jahrhunderts.

### Wie alt ist das Sprichwort „Kleine Kinder, kleine Sorgen“?

Es ist mindestens seit dem 16. Jahrhundert belegt. Wander nennt Fundstellen unter anderem bei Johannes Pauli, Johannes Mathesius und Martin Luther.

## Quellen

- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Kind‘
- [DWDS: Sorge](https://www.dwds.de/wb/Sorge)

Stand: 11. Oktober 2026
