# Herrschaftszeiten

> Bairischer und österreichischer Ausruf der Ungeduld und Verärgerung, oft verstärkt zu „Herrschaftszeiten nochmal!“.

Ausruf über Reden und Schweigen, Streit und Konflikt. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/herrschaftszeiten

## Was bedeutet „Herrschaftszeiten“?

„Herrschaftszeiten!“ ruft man, wenn einem der Geduldsfaden reißt. Der Duden verzeichnet den Ausruf, oft erweitert zu „Herrschaftszeiten nochmal!“, als bayrisch und österreichisch umgangssprachlich und erklärt ihn als Ausruf des Unwillens und der ungeduldigen Entrüstung. Typisch sind Momente, in denen etwas zum wiederholten Mal schiefgeht: Die Kinder trödeln, der Drucker streikt, der Nachbar parkt wieder vor der Einfahrt.

Der Ausruf ist kräftig, aber nicht vulgär, und deshalb auch dort möglich, wo man auf Kraftausdrücke lieber verzichtet. Er richtet sich meist gegen eine Lage, nicht gegen eine Person, und klingt eher nach genervtem Stöhnen als nach Wutausbruch. Mit dem Substantiv „Herrschaftszeit“, das der Duden als „Zeit, in der jemand oder eine Institution herrscht“ erklärt, teilt der Ausruf nur die Form. Eine Regierungszeit ist im Ausruf nicht gemeint.

## Woher kommt „Herrschaftszeiten“?

Belegt ist die Herkunft nicht. Einen Hinweis gibt der Duden beim verwandten kürzeren Ausruf „Herrschaft noch mal!“: Dort steht „Herrschaft“ verhüllend für „Herrgott“. Statt den Namen Gottes im Ärger auszusprechen, wich man auf ein ähnlich klingendes Wort aus, so wie „potz“ für „Gottes“ steht. „Herrschaftszeiten“ führt diese Ersatzform offenbar weiter; wie genau die „Zeiten“ dazukamen, erklärt aber kein Wörterbuch.

Im Netz kursiert die Deutung, der Ausruf sei aus „Herr, schau auf d’Seiten“ entstanden, als Bitte an Gott, kurz wegzuschauen. Dafür gibt es keinen Beleg. Ebenso unbelegt ist die Erklärung, er gehe auf feudale Zeiten und den Ärger über die Grundherren zurück. Ein Erstbeleg ist nicht bekannt.

## Beispiele

- Zum dritten Mal ruft Frau Gruber die Kinder zum Abendessen. „Herrschaftszeiten, jetzt kommt’s endlich runter!“
- Der Drucker im Büro meldet wieder einen Papierstau. „Herrschaftszeiten nochmal“, schimpft Herr Lechner und reißt die Klappe auf.
- Auf der Skihütte kippt Xaver sein Weißbier über die Wanderkarte. „Herrschaftszeiten“, murmelt er und muss dann doch lachen.

## Auch gesagt

- Herrschaftszeiten nochmal
- Herrschaft noch mal

## Auf Englisch

- For heaven’s sake!
- For goodness’ sake!

## Ähnliche Sprichwörter

- [Kruzitürken](https://deutschesprichwoerter.de/kruzituerken)
- [Zum Teufel noch mal](https://deutschesprichwoerter.de/zum-teufel-noch-mal)
- [Himmel, Arsch und Zwirn](https://deutschesprichwoerter.de/himmel-arsch-und-zwirn)
- [Sackzement](https://deutschesprichwoerter.de/sackzement)

## Häufige Fragen

### Ist „Herrschaftszeiten“ ein Fluch?

„Herrschaftszeiten“ ist ein milder Fluch, der Ungeduld und Ärger ausdrückt. Nach dem Duden steht das verwandte „Herrschaft noch mal!“ verhüllend für „Herrgott“, der Ausruf umgeht also den Namen Gottes.

### Stimmt es, dass „Herrschaftszeiten“ von „Herr, schau auf d’Seiten“ kommt?

Für diese Erklärung gibt es keinen Beleg. Die Wörterbücher nennen keine gesicherte Herkunft; der Duden deutet nur das verwandte „Herrschaft noch mal!“ als Ersatz für „Herrgott“.

### Wo sagt man „Herrschaftszeiten“?

Der Duden kennzeichnet „Herrschaftszeiten“ als bayrisch und österreichisch umgangssprachlich. Ähnlich gebraucht werden ohne regionale Einschränkung etwa „Zum Kuckuck!“ oder „Zum Teufel noch mal!“.

## Quellen

- [Duden: Herrschaftszeit](https://www.duden.de/rechtschreibung/Herrschaftszeit)
- [Duden: Herrschaft](https://www.duden.de/rechtschreibung/Herrschaft)

Stand: 11. Oktober 2026
