# Fersengeld geben

> Davonlaufen und die Flucht ergreifen, statt sich einer Gefahr oder einer Auseinandersetzung zu stellen.

Redewendung über Mut und Risiko, Streit und Konflikt. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/fersengeld-geben

## Was bedeutet „Fersengeld geben“?

Wer Fersengeld gibt, ergreift die Flucht und rennt davon, sodass die anderen nur noch seine Fersen sehen. Das kann vor einem kläffenden Hofhund sein, vor einem aufziehenden Gewitter oder vor dem Ladendetektiv. Die Wendung ist umgangssprachlich und klingt scherzhaft und ein wenig altertümlich. In Zeitungsberichten über flüchtende Diebe ist sie trotzdem bis heute beliebt.

Meist schwingt leichter Spott über den Fliehenden mit, denn Fersengeld geben heißt auch: nicht standhalten. Wander erklärt die Wendung im 19. Jahrhundert noch mit „auf eine schimpfliche Weise fliehen“. Heute ist der Vorwurf schwächer, und vor einer echten Gefahr gilt Fersengeld geben eher als vernünftig. In Schlesien konnte „einem Fersengeld geben“ laut Wander außerdem bedeuten, dem Vordermann auf die Fersen zu treten, damit er schneller geht.

## Woher kommt „Fersengeld geben“?

Die Wendung ist sehr alt: Mittelhochdeutsch heißt sie schon im 13. Jahrhundert „versengelt geben“. Ihre Herkunft ist aber nicht befriedigend geklärt, wie das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer festhält. Das mittelhochdeutsche „versengelt“ war auch die Bezeichnung einer Abgabe. Der Duden vermutet darin vielleicht das Bußgeld eines Flüchtigen. Pfeifer hält einen Anschluss an diesen Rechtsausdruck dagegen für schwierig und nicht erweisbar. Er erwägt, gemeint sei, sich einer Zahlung zu entziehen und stattdessen die Fersen zu zeigen.

Wander nennt 1867 eine weitere Erklärung: Nach alemannischem Recht habe, wer seine Mitkämpfer in Gefahr im Stich ließ, eine Strafe zahlen müssen, „weil er dem Feinde die Fersen gezeigt hatte“. Im 16. Jahrhundert führt Sebastian Franck in seiner Sprichwörtersammlung sowohl „Fersengeld geben“ als auch „mit verssengelt bezalen“.

## Beispiele

- Als der Hofhund kläffend um die Ecke schießt, geben die Kinder Fersengeld und landen atemlos am Gartentor.
- „Der Dieb hat Fersengeld gegeben, bevor die Polizei da war“, berichtet die Kioskbesitzerin am nächsten Morgen.
- Beim ersten Donner gibt die halbe Grillrunde Fersengeld. Nur Onkel Ralf bleibt mit dem Regenschirm am Grill stehen.

## Auf Englisch

- To take to one’s heels
- To show a clean pair of heels

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## Häufige Fragen

### Was ist Fersengeld?

Mittelhochdeutsch „versengelt“ bezeichnete eine Abgabe. Was genau damit bezahlt wurde und wie daraus die Flucht wurde, ist nicht sicher geklärt.

### Ist „Fersengeld geben“ veraltet?

„Fersengeld geben“ klingt etwas altertümlich und scherzhaft, ist aber noch geläufig, besonders in Erzählungen und Zeitungsberichten. Im Gespräch sagt man häufiger „abhauen“ oder „die Beine in die Hand nehmen“.

### Wie sagt man „Fersengeld geben“ auf Englisch?

Am nächsten kommen „to take to one’s heels“ und „to show a clean pair of heels“. Beide sprechen ebenfalls von den Fersen des Fliehenden.

## Quellen

- [Duden: Fersengeld](https://www.duden.de/rechtschreibung/Fersengeld)
- [DWDS: Fersengeld (Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer)](https://www.dwds.de/wb/Fersengeld)
- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Fersengeld‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Fersengeld)

Stand: 11. Oktober 2026
