# Etwas ist faul im Staate Dänemark

> Hier stimmt etwas nicht: Es gibt Anzeichen für Missstände oder Vertuschung, auch wenn noch niemand genau sagen kann, was dahintersteckt.

Zitat über Not und Krise, Charakter und Moral. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/etwas-ist-faul-im-staate-daenemark

## Was bedeutet „Etwas ist faul im Staate Dänemark“?

„Etwas ist faul im Staate Dänemark“ heißt: Hier stimmt etwas nicht, hinter den Kulissen liegt etwas im Argen. Man sagt es, wenn Zahlen nicht zusammenpassen, wenn eine Behörde plötzlich mauert oder wenn im Verein der Kassenwart zurücktritt und niemand sagen will, warum. Der Satz drückt einen Verdacht aus, keine bewiesene Tatsache. Er passt deshalb zu Lagen, in denen man ein ungutes Gefühl hat, den Fehler aber noch nicht benennen kann.

Der Ton ist bildungssprachlich und oft ironisch, gern in Kommentaren und Schlagzeilen. Häufig setzt man den eigenen Fall ein und spricht vom „Staate“ eines Unternehmens, einer Partei oder eines Fußballklubs. Mit dem heutigen Dänemark hat der Satz nichts zu tun; wer ihn über das Land selbst sagt, spielt bewusst mit dem Zitat. „Faul“ bedeutet hier verdorben oder morsch, wie bei faulem Obst, nicht träge. Gemeint ist also etwas, das von innen her verrottet und irgendwann zu riechen beginnt.

## Woher kommt „Etwas ist faul im Staate Dänemark“?

Der Satz stammt aus William Shakespeares Tragödie „Hamlet“, entstanden um 1600 (1. Aufzug, 4. Szene). Auf der Terrasse des Schlosses von Helsingör erscheint um Mitternacht der Geist von Hamlets verstorbenem Vater und winkt den Prinzen zu sich. Hamlet folgt ihm gegen den Rat seiner Begleiter. Horatio fragt: „Welch Ende wird dies nehmen?“ Darauf antwortet Marcellus, ein Offizier der Wache: „Etwas ist faul im Staate Dänemarks.“ Im Original heißt es: „Something is rotten in the state of Denmark.“ Den Satz spricht also nicht Hamlet, sondern eine Nebenfigur.

Der Verdacht ist im Stück begründet. In der folgenden Szene erfährt Hamlet vom Geist, dass sein Vater von dessen Bruder Claudius ermordet wurde, der nun König ist und die Witwe geheiratet hat. Die deutsche Fassung geht auf August Wilhelm Schlegels Übersetzung von 1798 zurück, die „Dänemarks“ mit Genitiv-s schreibt. Georg Büchmann führt den Satz 1898 in den „Geflügelten Worten“ bereits in der heute üblichen Form „Etwas ist faul im Staate Dänemark“.

## Beispiele

- Der Verein meldet Rekordeinnahmen, trotzdem fehlt das Geld für neue Trikots, und der Kassenwart ist plötzlich zurückgetreten. Trainerin Jana sagt bei der Mitgliederversammlung: „Etwas ist faul im Staate Dänemark.“
- Seit Wochen sind in der Abteilung alle Türen zu, und die Chefin antwortet auf jede Frage mit ‚Dazu später‘. Kollege Arne flüstert in der Kaffeeküche: „Etwas ist faul im Staate Dänemark.“
- Die Stadt verlängert den Vertrag mit dem Bauunternehmen ohne Ausschreibung. Ein Leserbrief beginnt mit den Worten: „Etwas ist faul im Staate Dänemarks, würde Shakespeare sagen.“

## Auch gesagt

- Etwas ist faul im Staate Dänemarks

## Auf Englisch

- Something is rotten in the state of Denmark

## Ähnliche Sprichwörter

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## Häufige Fragen

### Wer sagt „Etwas ist faul im Staate Dänemark“ im „Hamlet“?

Den Satz spricht Marcellus, ein Offizier der Wache, im 1. Aufzug, 4. Szene von Shakespeares „Hamlet“. Er sagt ihn, als Hamlet dem Geist seines Vaters folgt.

### Heißt es „Dänemark“ oder „Dänemarks“?

In August Wilhelm Schlegels Übersetzung steht „Etwas ist faul im Staate Dänemarks“, mit Genitiv. Geläufiger ist heute „Etwas ist faul im Staate Dänemark“, so zitiert es schon Büchmann 1898. Beides ist richtig.

### Wie heißt „Etwas ist faul im Staate Dänemark“ auf Englisch?

Bei Shakespeare lautet der Satz „Something is rotten in the state of Denmark“. Auch im Englischen wird er als feste Wendung für verdeckte Missstände gebraucht.

## Quellen

- [William Shakespeare: Hamlet, 1. Aufzug, 4. Szene, übersetzt von August Wilhelm Schlegel (Projekt Gutenberg)](https://projekt-gutenberg.org/authors/william-shakespeare/books/hamlet-uebersetzt-von-august-wilhelm-von-schlegel/chapter/2)
- [Georg Büchmann: Geflügelte Worte, 19. Auflage 1898 (Projekt Gutenberg)](https://www.gutenberg.org/files/43759/43759-h/43759-h.htm)

Stand: 12. Oktober 2026
