# Etwas auf die hohe Kante legen

> Geld für später oder für Notfälle zurücklegen, also sparen, statt es gleich auszugeben.

Redewendung über Geld und Besitz, Not und Krise. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/etwas-auf-die-hohe-kante-legen

## Was bedeutet „Etwas auf die hohe Kante legen“?

„Etwas auf die hohe Kante legen“ heißt: Geld sparen, einen Teil davon also zurücklegen, statt ihn auszugeben. Der Duden spricht von Geld, das man „in vorsorgender Absicht“ beiseitelegt, das DWDS von Ersparnissen für finanzielle Engpässe und Notfälle. Man sagt es über den Teil des Gehalts, der jeden Monat aufs Tagesgeldkonto geht, über die Rücklage für die nächste Autoreparatur oder über die Oma, die für ihre Enkel spart. Die Wendung ist umgangssprachlich und neutral, oft klingt Anerkennung mit: Wer etwas auf die hohe Kante legt, gilt als vernünftig.

Den Zustand danach beschreibt „etwas auf der hohen Kante haben“: Man hat Erspartes und ist für schlechte Zeiten gerüstet. Wie viel, bleibt offen, deshalb ist die Wendung bequem, wenn man über Geld reden will, ohne Zahlen zu nennen. Gemeint ist heute das Konto oder Depot, kein Versteck in der Wohnung. In Wirtschaftsmeldungen über die Sparquote taucht sie regelmäßig auf, etwa „legen immer weniger auf die hohe Kante“ (Die Zeit, 2000). Wer sich dagegen auf Kosten anderer absichert, bringt eher „seine Schäfchen ins Trockene“.

## Woher kommt „Etwas auf die hohe Kante legen“?

Woher die Wendung kommt, ist nicht geklärt. Der Duden hält einen Bezug auf eine erhöht angebrachte Konsole oder Ablage für wahrscheinlich, auf der man früher oft Geld beiseitelegte. Wiktionary nennt außerdem Münzrollen, die hochkant aufbewahrt wurden, und alte Truhen aus dem Salzburger Lungau mit einem schmalen Fach für das Aussteuergeld. Oft erzählt wird, die „hohe Kante“ sei der Holzrahmen eines Himmelbetts gewesen, in dem man Erspartes versteckte. In Duden, DWDS und Grimmschem Wörterbuch kommt diese Deutung nicht vor, ein Beleg fehlt.

Sicherer ist, was die Wörter bedeuten. „Kante“ ist ein niederdeutsches Wort, das laut Grimmschem Wörterbuch erst im 17. Jahrhundert in die Schriftsprache kam. Im Niederdeutschen bezeichnete es auch den Winkel, „die ecke von innen gesehen“, und „an de kante“ bedeutete „beiseite“. Dazu passt eine Wendung, die Wander aus der Altmark verzeichnet: „Up de Kant sett’n“, „etwas erübrigen, zurücklegen“. Nach Dähnerts pommerschem Wörterbuch von 1781 hieß „In de Kant setten“ „im Winkel verwahren, Geld aufheben“. Die „hohe Kante“ wiederum ist die schmale Seite von Brettern, Balken und Ziegeln; Pierers Lexikon nennt 1859 „hohe Kante legen“ und „auf die hohe Kante mauern“ für „die Ziegelsteine auf die schmale Seite legen“. Wie daraus die Wendung fürs Sparen wurde, lässt sich nicht belegen.

## Beispiele

- Von ihrem Minijob-Lohn legt Aylin jeden Monat hundert Euro auf die hohe Kante. „Im nächsten Sommer will ich nach Japan“, sagt sie.
- Kurz vor Weihnachten gibt die Waschmaschine auf. Herr Nowak bleibt ruhig: „Gut, dass wir etwas auf der hohen Kante haben.“
- Im WG-Chat rechnet Jonas vor, was nach Miete, Strom und Einkauf übrig bleibt. Leonie antwortet: „Auf die hohe Kante legen? Wovon denn?“

## Auch gesagt

- Etwas auf der hohen Kante haben
- Etwas auf die Kante legen

## Auf Englisch

- To save for a rainy day
- To put money by
- To have a nest egg

## Ähnliche Sprichwörter

- [Spare in der Zeit, so hast du in der Not](https://deutschesprichwoerter.de/spare-in-der-zeit-so-hast-du-in-der-not)
- [Seine Schäfchen ins Trockene bringen](https://deutschesprichwoerter.de/seine-schaefchen-ins-trockene-bringen)
- [Kleinvieh macht auch Mist](https://deutschesprichwoerter.de/kleinvieh-macht-auch-mist)
- [Der kluge Mann baut vor](https://deutschesprichwoerter.de/der-kluge-mann-baut-vor)

## Häufige Fragen

### Woher kommt „etwas auf die hohe Kante legen“?

Die Herkunft von „etwas auf die hohe Kante legen“ ist nicht geklärt. Der Duden denkt an eine erhöhte Ablage, auf der man früher Geld aufbewahrte. Andere Erklärungen nennen hochkant gelagerte Münzrollen, Truhen oder den Rahmen des Himmelbetts, sicher belegt ist keine davon.

### Was ist die hohe Kante?

Als „hohe Kante“ bezeichnet man die schmale Seite eines Bretts, Balkens oder Ziegelsteins: Wer einen Ziegel auf die hohe Kante legt, stellt ihn hochkant. In der Redewendung „etwas auf die hohe Kante legen“ steht der Ausdruck dagegen für Erspartes, heute meist auf dem Konto.

### Heißt es „auf die hohe Kante“ oder „auf der hohen Kante“?

Beides ist richtig, es hängt vom Verb ab. Man legt Geld „auf die hohe Kante“ (wohin?) und hat es dann „auf der hohen Kante“ (wo?). Der Duden führt beide Wendungen, „hohe“ kann auch wegfallen.

### Wie sagt man „etwas auf die hohe Kante legen“ auf Englisch?

Für „etwas auf die hohe Kante legen“ sagt man im Englischen „to save for a rainy day“ oder „to put money by“. Für das Ersparte, das man auf der hohen Kante hat, passt „a nest egg“.

## Quellen

- [Duden: Kante](https://www.duden.de/rechtschreibung/Kante)
- [DWDS: auf die hohe Kante](https://www.dwds.de/wb/auf%20die%20hohe%20Kante)
- [Wiktionary: etwas auf die hohe Kante legen](https://de.wiktionary.org/wiki/etwas_auf_die_hohe_Kante_legen)
- [Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚Kante‘](https://www.dwds.de/wb/dwb/kante)
- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Kante (Margo, Ora, Rand, Ecke)‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Kante+(Margo,+Ora,+Rand,+Ecke))
- [Pierer’s Universal-Lexikon (1859), Stichwort ‚Hohe Kante‘](http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Hohe+Kante)

Stand: 12. Oktober 2026
