# Einen Bock schießen

> Einen groben, oft peinlichen Fehler machen.

Redewendung über Klugheit und Dummheit, Tiere. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/einen-bock-schiessen

## Was bedeutet „Einen Bock schießen“?

„Einen Bock schießen“ heißt: einen groben, meist peinlichen Fehler machen. Gemeint ist kein kleiner Tippfehler, sondern ein Patzer, der auffällt: der Torwart, der einen harmlosen Ball durch die Beine lässt, die Stadt, die auf neuen Ortsschildern die Namen vertauscht, der Politiker mit der falschen Zahl im Interview. Die Wendung ist umgangssprachlich und wird oft selbstkritisch gebraucht: „Da habe ich einen Bock geschossen.“ Für besonders große Fehler gibt es die Steigerung „einen kapitalen Bock schießen“.

Gerade diese Steigerung enthält einen kleinen Witz. In der Jägersprache ist ein kapitaler Bock ein besonders starkes Tier, also eine begehrte Beute. In der Redewendung ist der Bock aber kein erlegtes Wild, sondern der Fehler selbst. Mit „Bock haben“ im Sinn von „Lust haben“ hat die Wendung nichts zu tun. Verwandt ist dagegen das Verb „verbocken“, also etwas vermasseln, das nach Pfeifer im 19. Jahrhundert in Anlehnung an „einen Bock schießen“ gebildet wurde.

## Woher kommt „Einen Bock schießen“?

Die Wendung stammt aus dem Schützenwesen. Nach Pfeifers Etymologischem Wörterbuch bedeutete „Bock“ in der Sprache der Schützengilden schon im 16. Jahrhundert „Fehlschuss“; im 18. Jahrhundert ging das Wort im Sinn von „Fehler“ in die Allgemeinsprache über. Duden und Röhrich erklären den Ausdruck mit einem Brauch: Beim Preisschießen erhielt der schlechteste Schütze zum Spott einen Ziegenbock als Trostpreis. Röhrich weist diese Sitte für 1479 in Lenzkirch im Schwarzwald nach. Später trat nach Pfeifer ein Holz- oder Spielzeuggewehr an die Stelle des Tieres.

Als Redensart ist „einen Bock schießen“ seit dem Ende des 17. Jahrhunderts belegt; Röhrich zitiert Abraham a Sancta Clara mit „einen groben Bock schießen“. Er verweist außerdem darauf, dass Tiernamen oft für Versehen stehen, und nennt Pudel, Ente und Lerche; bei Hans Sachs schießt ein abgewiesener Liebhaber „einen Kuckuck“. Wander erzählt von einem kurzsichtigen pommerschen Edelmann, der statt einer Schnepfe einen Ziegenbock geschossen habe. Röhrich nennt das eine sekundäre Erklärung, also eine Geschichte, die erst nachträglich zur Redensart erzählt wurde.

## Beispiele

- Beim Elternabend stellt Herr Nowak das Programm der Klassenfahrt vom letzten Jahr vor. „Da habe ich wohl einen Bock geschossen“, sagt er und wird rot.
- Aylin hat die Rundmail mit den Gehaltsdaten an die ganze Firma geschickt statt nur an die Personalabteilung. „Mit der Mail habe ich einen Bock geschossen, und zwar einen kapitalen“, stöhnt sie.
- Der Innenverteidiger spielt den Ball quer vors eigene Tor, der Gegner bedankt sich. Der Kommentator seufzt: „Da schießt er einen Bock, und es steht 0:1.“

## Auch gesagt

- Einen Bock machen
- Einen kapitalen Bock schießen

## Auf Englisch

- to make a blunder
- to drop a clanger

## Ähnliche Sprichwörter

- [Ins Fettnäpfchen treten](https://deutschesprichwoerter.de/ins-fettnaepfchen-treten)
- [Auf dem Holzweg sein](https://deutschesprichwoerter.de/auf-dem-holzweg-sein)
- [Irren ist menschlich](https://deutschesprichwoerter.de/irren-ist-menschlich)

## Häufige Fragen

### Woher kommt „einen Bock schießen“?

„Einen Bock schießen“ stammt aus dem Schützenwesen: „Bock“ bedeutete in der Sprache der Schützengilden „Fehlschuss“, und beim Preisschießen bekam der schlechteste Schütze früher zum Spott einen Ziegenbock als Trostpreis. Als Redensart ist die Wendung seit dem späten 17. Jahrhundert belegt.

### Was ist ein „kapitaler Bock“?

In der Jägersprache ist ein kapitaler Bock ein besonders großes, starkes Tier. In „einen kapitalen Bock schießen“ wird daraus ein besonders großer Fehler, denn „kapital“ heißt umgangssprachlich auch „sehr groß im schlechten Sinn“.

### Hat „einen Bock schießen“ etwas mit „Bock haben“ zu tun?

Nein. In „einen Bock schießen“ steht der Bock für einen Fehler und geht auf die Schützengilden zurück. „Bock haben“ im Sinn von „Lust haben“ ist erst im 20. Jahrhundert in der Jugendsprache aufgekommen.

## Quellen

- [Duden: Bock (Tier)](https://www.duden.de/rechtschreibung/Bock_Tier)
- [DWDS: Bock (mit Pfeifers Etymologischem Wörterbuch)](https://www.dwds.de/wb/Bock)
- [DWDS: einen Bock schießen](https://www.dwds.de/wb/einen%20Bock%20schie%C3%9Fen)
- [Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Stichwort ‚Bock‘](https://idiome.de-academic.com/367/Bock)
- [Duden: kapital](https://www.duden.de/rechtschreibung/kapital)

Stand: 12. Oktober 2026
