# Ei der Daus

> Veralteter Ausruf des Erstaunens, heute nur noch scherzhaft oder bewusst altertümlich gebraucht.

Ausruf über Reden und Schweigen. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/ei-der-daus

## Was bedeutet „Ei der Daus“?

„Ei der Daus!“ ist ein veralteter Ausruf des Erstaunens, etwa im Sinne von „Na so was!“. Das DWDS kennzeichnet „Daus“ in diesem Gebrauch als veraltet und nennt daneben die Formen „Was der Daus!“ und „Potz Daus!“. Heute hört man den Ausruf fast nur noch spielerisch: in Märchen, im Kasperletheater, in historischen Romanen oder wenn jemand absichtlich klingen will wie aus Urgroßvaters Zeiten.

Wer ihn verwendet, setzt ein deutliches Augenzwinkern. Ein Kind mit einem beeindruckend hohen Legoturm freut sich über ein „Ei der Daus!“, ernsthafter Ärger dagegen klingt damit eher komisch. Dass hinter dem Wort eine verhüllte Anrufung des Teufels steckt, hört heute kaum jemand mehr heraus. Mit dem gleichlautenden „Daus“, dem Ass im deutschen Kartenspiel, ist der Ausruf nur dem Klang nach verwandt: Wolfgang Pfeifers Etymologisches Wörterbuch behandelt die beiden als verschiedene Wörter. Noch Thomas Mann nennt in den „Buddenbrooks“ einen liebenswürdigen Leichtfuß „einen Daus“, also einen Teufelskerl.

## Woher kommt „Ei der Daus“?

„Daus“ war ursprünglich ein abschätziges Wort für Menschen. Pfeifers Etymologisches Wörterbuch, das im DWDS steht, belegt es im 15. Jahrhundert in der Bedeutung „Schelm, Betrüger“, im 18. Jahrhundert als „Teufelskerl, Leichtfuß“ und regional auch als „Teufel“. Die Formel „was der Daus“ ist nach Pfeifer seit dem 18. Jahrhundert belegt, „ei der Daus“ seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts; Grimms Wörterbuch führt sie unter anderem bei Jean Paul an. Euphemistisch wurde daraus auch „ei der Tausend“, schreibt Pfeifer.

Woher das Wort selbst kommt, ist unsicher. Pfeifer erwägt mit Verweis auf das französische etymologische Wörterbuch FEW eine Herkunft aus mittellateinisch „dusius“, der Bezeichnung für einen gallischen Dämon. Das gleichlautende „Daus“ für die Zwei im Würfelspiel und das Ass der deutschen Karten geht dagegen auf das altfranzösische Wort für „zwei“ zurück. Grimm hielt eine Vermischung der beiden Wörter für möglich.

## Beispiele

- Der kleine Emil präsentiert seinen Legoturm, der fast bis zur Decke reicht. Opa Gerd rückt die Brille zurecht: „Ei der Daus, da staune ich aber!“
- Im Kasperletheater der Kita springt das Krokodil hinter dem Vorhang hervor, und der Kasper ruft: „Ei der Daus, wer kommt denn da?“
- Als Clara erzählt, dass sie den Marathon in unter vier Stunden gelaufen ist, antwortet ihre Freundin mit gespielter Feierlichkeit: „Ei der Daus!“

## Auch gesagt

- Was der Daus!
- Potz Daus!

## Auf Englisch

- Goodness gracious!
- Gadzooks!

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## Häufige Fragen

### Was ist ein Daus?

Im Ausruf steht „Daus“ verhüllend für den Teufel. Das Wort bedeutete früher „Schelm, Betrüger“, später „Teufelskerl“; daneben gibt es ein gleichlautendes „Daus“ für das Ass im deutschen Kartenspiel.

### Hat „Ei der Daus“ etwas mit der Spielkarte zu tun?

Nach Wolfgang Pfeifers Etymologischem Wörterbuch nicht. Das Kartenwort „Daus“ stammt vom altfranzösischen Wort für „zwei“, der Ausruf dagegen von einem alten Schimpfwort, das auch den Teufel bezeichnete.

### Sagt man „Ei der Daus“ heute noch?

„Ei der Daus“ sagt man heute kaum noch im Ernst. Das DWDS kennzeichnet den Ausruf als veraltet, man hört ihn vor allem scherzhaft, im Kindertheater, in Märchen oder in bewusst altertümelnder Sprache.

## Quellen

- [DWDS: Daus (mit Pfeifers Etymologischem Wörterbuch)](https://www.dwds.de/wb/Daus)
- [Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚daus‘](https://www.dwds.de/wb/dwb/daus)

Stand: 11. Oktober 2026
