# Du kriegst die Tür nicht zu

> Umgangssprachlicher Ausruf der Überraschung, meist der unangenehmen, im Sinne von „Ach du meine Güte“ oder „Das ist nicht zu fassen“.

Ausruf über Reden und Schweigen. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/du-kriegst-die-tuer-nicht-zu

## Was bedeutet „Du kriegst die Tür nicht zu“?

„Du kriegst die Tür nicht zu!“ ist ein umgangssprachlicher Ausruf der Überraschung. Der Duden setzt ihn mit „Ach du meine Güte!“ gleich und umschreibt ihn auch mit „Das ist nicht zu fassen!“. Oft steht ein „Ach“ davor: „Ach, du kriegst die Tür nicht zu, die Milch kocht über!“ Typische Anlässe sind kleine Katastrophen im Alltag, eine dreiste Forderung oder eine Neuigkeit, mit der niemand gerechnet hat.

Das „du“ meint niemanden Bestimmten. Der Sprecher redet eher mit sich selbst, ähnlich wie bei „Man glaubt es nicht“. Meist begleitet der Ausruf eine unangenehme Überraschung, er kann aber auch reines Staunen ausdrücken. Er gilt als eher selten und hat einen leicht altmodischen, bodenständigen Klang. Unter Freunden und in der Familie passt er gut, in einer Besprechung mit Vorgesetzten oder Kunden wirkt er zu flapsig.

## Woher kommt „Du kriegst die Tür nicht zu“?

Die Herkunft ist nicht geklärt. Der Duden verzeichnet den Ausruf ohne Erklärung, und eine belastbare Quelle zur Entstehung gibt es nicht. Der Redensarten-Index nennt unter Berufung auf den Sprachforscher Heinz Küpper die Jugendsprache um 1925 als Ursprung. Überprüfen ließ sich diese Angabe nicht.

Über das Bild lässt sich nur spekulieren. Eine Deutung denkt an den Ärger, wenn sich eine Tür partout nicht schließen lässt. Eine andere sieht in der offenen Tür den vor Staunen offen stehenden Mund: Man ist so verblüfft, dass man ihn nicht mehr zubekommt. Beide Erklärungen klingen plausibel, belegt ist keine von ihnen.

## Beispiele

- Nach dem Urlaub öffnet Familie Petersen den Kühlschrank: Der Strom war zwei Wochen weg. „Ach, du kriegst die Tür nicht zu“, stöhnt Anke.
- Malte liest die Nachricht seines Vermieters vor: 200 Euro mehr Miete ab Januar. „Du kriegst die Tür nicht zu!“, sagt seine Mitbewohnerin.
- Beim Kreisliga-Derby köpft der 52-jährige Ersatztorwart in der letzten Minute das Siegtor. Auf der Tribüne ruft einer: „Du kriegst die Tür nicht zu!“

## Auch gesagt

- Ach, du kriegst die Tür nicht zu

## Auf Englisch

- Well, I never!
- Would you believe it!

## Ähnliche Sprichwörter

- [Ach du meine Güte](https://deutschesprichwoerter.de/ach-du-meine-guete)
- [Ach du grüne Neune](https://deutschesprichwoerter.de/ach-du-gruene-neune)
- [Ich glaub, mein Schwein pfeift](https://deutschesprichwoerter.de/ich-glaub-mein-schwein-pfeift)
- [Mich laust der Affe](https://deutschesprichwoerter.de/mich-laust-der-affe)

## Häufige Fragen

### Wer ist mit „du“ gemeint?

Niemand Bestimmtes. Das „du“ in „Du kriegst die Tür nicht zu“ ist allgemein gemeint, ähnlich wie „man“. Der Sprecher drückt damit vor allem seine eigene Verblüffung aus.

### Ist „Du kriegst die Tür nicht zu“ positiv oder negativ?

Meist begleitet der Ausruf eine unangenehme Überraschung. Er kann aber auch bloßes Staunen ausdrücken, etwa über eine unerwartet gute Nachricht.

### Gibt es eine englische Entsprechung?

Eine wörtliche nicht. Am nächsten kommen „Well, I never!“ und „Would you believe it!“.

## Quellen

- [Duden: Tür](https://www.duden.de/rechtschreibung/Tuer)
- [Universal-Lexikon: (Ach) du kriegst die Tür nicht zu!](https://universal_lexikon.de-academic.com/293589/(Ach)_du_kriegst_die_T%C3%BCr_nicht_zu!)
- Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache (zitiert nach dem Redensarten-Index)

Stand: 11. Oktober 2026
