# Die Arschkarte ziehen

> Derb für: Pech haben und den unangenehmsten Teil abbekommen, während andere besser davonkommen.

Redewendung über Glück und Pech. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/die-arschkarte-ziehen

## Was bedeutet „Die Arschkarte ziehen“?

Wer die Arschkarte zieht, hat Pech gehabt und muss den schlechtesten Teil übernehmen: die Nachtschicht an Silvester, den Mittelplatz auf der Rückbank, die Steuererklärung für die ganze WG. Die Wendung ist salopp und derb, unter Freunden, im Kollegenkreis oder auf dem Fußballplatz aber völlig üblich. Man sagt sie über sich selbst, oft mit einem Seufzer („Ich hab mal wieder die Arschkarte gezogen“), oder über andere, dann mit Mitleid oder einer Prise Schadenfreude. Gleichbedeutend ist „die Arschkarte haben“.

Gemeint ist meist kein großes Unglück, sondern eine ungünstige Fügung im Vergleich zu anderen: Einer muss es ja machen, und es trifft dich. Das DWDS kennt daneben den seltenen Gebrauch für eine benachteiligte Position an sich, etwa „eine Art Arschkarte mit Goldrand“ in der „Zeit“, und im Fußball ganz wörtlich für die Rote Karte. In formellen Texten, im Gespräch mit Vorgesetzten oder mit Kunden wirkt der Ausdruck wegen des Wortes „Arsch“ fehl am Platz. Dort sagt man eher „den Kürzeren ziehen“ oder schlicht „Pech haben“.

## Woher kommt „Die Arschkarte ziehen“?

Woher die Arschkarte kommt, ist nicht sicher geklärt. Am bekanntesten ist die Erklärung aus dem Fußball: Schiedsrichter tragen die Gelbe Karte oft in der Brusttasche und die Rote Karte in der Gesäßtasche, damit sie die beiden nicht verwechseln. Wer vom Platz fliegt, bekommt also die Karte vom Hintern gezeigt. Oft heißt es, die getrennten Taschen hätten zur Zeit des Schwarz-Weiß-Fernsehens auch den Zuschauern geholfen, die Karten zu unterscheiden. Gelbe und Rote Karte gibt es im Fußball seit 1970.

Der Sprachwissenschaftler Elmar Seebold widerspricht im Kluge, dem „Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache“: Beim Fußball zieht der Schiedsrichter die Karte, in der Redewendung aber der Betroffene selbst. Er sieht deshalb ein Bild aus dem Kartenspiel, eine derbere Fassung von „den Schwarzen Peter ziehen“, die erst später mit der Roten Karte verbunden wurde. Fest steht nur, dass die Wendung jung ist: Sie ist seit der Mitte der 1990er-Jahre gebräuchlich, der älteste Beleg im DWDS stammt aus der „tageszeitung“ von 1995.

## Beispiele

- Die Feiertagsdienste im Krankenhaus wurden ausgelost. Nesrin schaut auf den Zettel: „Silvester und Neujahr. Ich hab echt die Arschkarte gezogen.“
- Bei der Abifahrt sind alle Doppelzimmer weg, und Paul muss mit den beiden Lehrern ins Dreibettzimmer. „Da hat er die Arschkarte gezogen“, lacht seine Freundin.
- „Wer räumt nach dem Vereinsfest auf?“, fragt der Vorsitzende. Alle zeigen auf Marco, der als Letzter gekommen ist. Er grinst schief: „Schon klar, ich hab die Arschkarte.“

## Auch gesagt

- Die Arschkarte haben
- Die Arschkarte gezogen haben

## Auf Englisch

- to draw the short straw
- to get the short end of the stick

## Ähnliche Sprichwörter

- [Den Kürzeren ziehen](https://deutschesprichwoerter.de/den-kuerzeren-ziehen)
- [Den Letzten beißen die Hunde](https://deutschesprichwoerter.de/den-letzten-beissen-die-hunde)
- [Ein Unglück kommt selten allein](https://deutschesprichwoerter.de/ein-unglueck-kommt-selten-allein)

## Häufige Fragen

### Ist „die Arschkarte ziehen“ ein Schimpfwort?

„Die Arschkarte ziehen“ ist kein Schimpfwort, aber derb. Unter Freunden ist die Wendung üblich, in formellen Situationen sagt man besser „den Kürzeren ziehen“ oder „Pech haben“.

### Was hat die Arschkarte mit Fußball zu tun?

Schiedsrichter tragen die Rote Karte oft in der Gesäßtasche, die Gelbe in der Brusttasche. Danach soll die Arschkarte benannt sein. Ob die Redewendung wirklich daher stammt, ist aber umstritten.

### Wie sagt man „die Arschkarte ziehen“ auf Englisch?

Die nächste Entsprechung ist „to draw the short straw“, also den kürzeren Strohhalm ziehen. Ebenfalls üblich ist „to get the short end of the stick“.

### Seit wann gibt es die Arschkarte?

Die Arschkarte ist ein junges Wort. Gebräuchlich ist sie seit der Mitte der 1990er-Jahre, der älteste Beleg im DWDS stammt von 1995.

## Quellen

- [DWDS: Arschkarte](https://www.dwds.de/wb/Arschkarte)
- [Wikipedia: Arschkarte](https://de.wikipedia.org/wiki/Arschkarte)
- Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, bearbeitet von Elmar Seebold, 25. Auflage 2011

Stand: 11. Oktober 2026
