# Den Teufel an die Wand malen

> Das Schlimmste befürchten und laut aussprechen, oft mit dem Unterton, man könne Unglück dadurch erst herbeireden.

Redewendung über Reden und Schweigen, Not und Krise. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/den-teufel-an-die-wand-malen

## Was bedeutet „Den Teufel an die Wand malen“?

Wer den Teufel an die Wand malt, malt sich und anderen das schlimmstmögliche Ende aus, bevor überhaupt etwas passiert ist. Die Wendung steht fast immer verneint als Mahnung: „Mal doch nicht gleich den Teufel an die Wand!“ So reagiert man auf den Kollegen, der nach einem schwachen Quartal schon die Firmenpleite kommen sieht, oder auf die Mutter, die beim ersten Husten an eine Lungenentzündung denkt. Der Ton ist umgangssprachlich, meist beruhigend, manchmal leicht genervt.

Im Kern steckt mehr als bloßer Pessimismus. Mitgedacht ist die halb abergläubische Sorge, das ausgesprochene Unglück könne dadurch erst eintreten. Deshalb klopfen manche nach so einem Satz noch schnell auf Holz. Das unterscheidet die Wendung von nüchternen Ausdrücken wie „schwarzsehen“. Sie passt schlecht, wenn jemand begründet vor einem echten Risiko warnt: Wer auf ein morsches Brückengeländer hinweist, malt keinen Teufel an die Wand, er ist vorsichtig.

## Woher kommt „Den Teufel an die Wand malen“?

Die Wendung beruht auf dem alten Glauben, man könne den Teufel herbeirufen, indem man seinen Namen nennt oder sein Bild zeigt. Derselbe Gedanke steckt in „Wenn man vom Teufel spricht, kommt er“.

Grimms Wörterbuch belegt das Bild schon bei dem Straßburger Prediger Geiler von Kaysersberg, gestorben 1510, in seinen Predigten über das „Narrenschiff“: „es ist nit not, das man in an die wand mal, er kumpt on das“, er kommt also ohnehin. Luther warnt ähnlich: „malet jr ja nicht den teufel uber die thür, und bittet jn nicht zu gevattern, er kompt dennoch wol.“ Im „Simplicissimus“ heißt es, man dürfe „den teufel nicht viel an die wand mahlen oder rufen“. Das Wörterbuch umschreibt die Wendung mit „mit unheil drohen oder solches prophezeien“. Heute denkt man dabei vor allem an übertriebenes Schwarzsehen, der Aberglaube schwingt nur noch leise mit.

## Beispiele

- Nach dem verpatzten ersten Spiel sieht Kevin seine Mannschaft schon in der Kreisliga. Die Trainerin winkt ab: „Jetzt mal nicht den Teufel an die Wand. Es ist der erste Spieltag.“
- „Und wenn der Flieger ausfällt und wir die Hochzeit verpassen?“, fragt Sabine am Abend vor der Reise. Ihr Mann seufzt: „Mal doch nicht den Teufel an die Wand.“
- In der Teamrunde rechnet der Controller vor, was passiert, wenn der größte Kunde abspringt. „Ich will nicht den Teufel an die Wand malen“, sagt er, „aber wir sollten einen Plan B haben.“

## Auf Englisch

- To tempt fate

## Ähnliche Sprichwörter

- [Wenn man vom Teufel spricht, kommt er](https://deutschesprichwoerter.de/wenn-man-vom-teufel-spricht-kommt-er)
- [Aus einer Mücke einen Elefanten machen](https://deutschesprichwoerter.de/aus-einer-muecke-einen-elefanten-machen)
- [Schlafende Hunde soll man nicht wecken](https://deutschesprichwoerter.de/schlafende-hunde-soll-man-nicht-wecken)

## Häufige Fragen

### Warum sagt man „Mal den Teufel nicht an die Wand“?

Nach altem Aberglauben konnte man den Teufel herbeirufen, indem man ihn abbildete oder nannte. Wer das Unglück ausmalt, holt es sich also gewissermaßen ins Haus.

### Wie sagt man „den Teufel an die Wand malen“ auf Englisch?

Eine genaue Entsprechung gibt es nicht. Den abergläubischen Teil trifft „Don’t tempt fate“, für reines Schwarzsehen sagt man „to paint a bleak picture“ oder „to fear the worst“.

### Was ist das Gegenteil von „den Teufel an die Wand malen“?

Beruhigend wirkt „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“. Wer trotz allem optimistisch bleibt, sagt auch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“.

## Quellen

- [Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚malen‘](https://www.dwds.de/wb/dwb/malen)
- [Wiktionary: den Teufel an die Wand malen](https://de.wiktionary.org/wiki/den_Teufel_an_die_Wand_malen)

Stand: 11. Oktober 2026
