# Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann

> Man kann es nie allen zugleich recht machen; wer jeden zufriedenstellen will, scheitert, weil die Wünsche der Menschen auseinandergehen.

Sprichwort über Charakter und Moral, Lernen und Erfahrung. Quelle: https://deutschesprichwoerter.de/allen-leuten-recht-getan-ist-eine-kunst-die-niemand-kann

## Was bedeutet „Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“?

„Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“ heißt: Es ist unmöglich, alle gleichermaßen zufriedenzustellen, denn was dem einen gefällt, stört den anderen. Man sagt den Satz oft zu sich selbst oder zu jemandem, der sich über Kritik ärgert: der Gastgeberin, deren Buffet dem einen zu fleischlastig und dem anderen zu vegan ist, dem Bürgermeister, dessen Pläne für den Marktplatz Autofahrer und Cafégäste gleichermaßen verärgern, der Mutter, die drei Kinder gerecht behandeln will. Der Ton ist tröstend und nüchtern zugleich.

In dem Satz steckt auch ein Rat: Wer es allen recht machen will, verliert das eigene Urteil und macht am Ende gar nichts mehr richtig. Deshalb dient er oft als Rechtfertigung für eine Entscheidung, die nicht allen gefällt. Wer ihn allerdings auf jede Beschwerde anwendet, macht es sich zu leicht, denn nicht jede Kritik ist bloß Geschmackssache. Neben „Leuten“ ist „Menschen“ üblich, und statt „niemand“ hört man auch „keiner“.

## Woher kommt „Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“?

Der Gedanke ist alt. Wander führt aus dem Sachsenspiegel, dem Rechtsbuch des 13. Jahrhunderts, die Zeile „Neman den lieden allen zu danke levete noch ne sprach“ an: Niemand hat je so gelebt oder gesprochen, dass es allen Leuten recht war. Die gereimte Form ist spätestens 1829 gedruckt, als Johann Michael Fleischner damit in einem Handbuch lateinischer Sprichwörter das lateinische „nemo placet omnibus“ wiedergab, „niemand gefällt allen“. Wander verzeichnet 1873 beide Fassungen, „Allen Leuten recht gethan, ist die Kunst, die niemand kann“ unter „Leute“ und „Allen Menschen recht gethan, ist eine Kunst, die niemand kann“ unter „Mensch“, letztere auch als Hausinschrift in Franken. DWDS führt heute die Fassung mit „Leuten“, Duden die mit „Menschen“.

Die Lehre erzählt eine weit verbreitete Fabel: Vater und Sohn ziehen mit einem Esel über Land, und jeder Passant tadelt anders, ob einer reitet, beide reiten oder beide laufen, bis sie den Esel am Ende tragen. Die Geschichte ist seit dem 13. Jahrhundert belegt, bei Hans Sachs 1531 und bei La Fontaine 1668. Johann Peter Hebel schließt sie 1811 als „Seltsamer Spazierritt“ mit dem Satz: „So weit kann’s kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.“ Dass das Sprichwort aus der Fabel entstanden ist, ist nicht belegt.

## Beispiele

- Beim Sommerfest beschweren sich die einen über die laute Musik, die anderen, dass sie zu früh aufhört. Vereinschef Herr Nowak lacht: „Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.“
- Leonie hat drei Termine für das Klassentreffen vorgeschlagen, für jeden gibt es Absagen. Ihre Freundin schreibt: „Nimm einfach einen. Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.“
- Der Gemeinderat streitet seit Monaten über Parkplätze und Radwege. „Allen Menschen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“, sagt die Bürgermeisterin und lässt abstimmen.

## Auch gesagt

- Allen Menschen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann
- Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die keiner kann

## Auf Englisch

- You can’t please everyone
- You can’t please all of the people all of the time

## Ähnliche Sprichwörter

- [Über Geschmack lässt sich nicht streiten](https://deutschesprichwoerter.de/ueber-geschmack-laesst-sich-nicht-streiten)
- [Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall](https://deutschesprichwoerter.de/was-dem-einen-sin-uhl-ist-dem-andern-sin-nachtigall)
- [Undank ist der Welt Lohn](https://deutschesprichwoerter.de/undank-ist-der-welt-lohn)
- [Jedem Tierchen sein Pläsierchen](https://deutschesprichwoerter.de/jedem-tierchen-sein-plaesierchen)

## Häufige Fragen

### Heißt es „Allen Leuten recht getan“ oder „Allen Menschen recht getan“?

Beides ist richtig. DWDS führt „Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“ als Stichwort, Duden die Fassung mit „Menschen“, und Wander verzeichnete schon im 19. Jahrhundert beide. Seltener hört man am Ende „die keiner kann“.

### Welche Fabel gehört zu „Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“?

Die Fabel von Vater, Sohn und Esel: Wie die beiden mit dem Tier auch reisen, immer tadelt sie jemand, bis sie den Esel schließlich tragen. Johann Peter Hebel erzählt sie als „Seltsamer Spazierritt“ und schließt: „So weit kann’s kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.“

### Wie sagt man „Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“ auf Englisch?

Üblich ist „You can’t please everyone“. Ausführlicher heißt es „You can’t please all of the people all of the time“.

## Quellen

- [DWDS: allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann](https://www.dwds.de/wb/allen%20Leuten%20recht%20getan%2C%20ist%20eine%20Kunst%2C%20die%20niemand%20kann)
- [Duden: recht](https://www.duden.de/rechtschreibung/recht)
- [Wiktionary: allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann](https://de.wiktionary.org/wiki/allen_Menschen_recht_getan,_ist_eine_Kunst,_die_niemand_kann)
- [Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwörter ‚Leute‘ und ‚Mensch‘](http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Leute)
- [Johann Peter Hebel: Seltsamer Spazierritt, in: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes (1811)](https://de.wikisource.org/wiki/Seltsamer_Spazierritt)
- [Wikipedia (englisch): The Miller, his Son and the Donkey](https://en.wikipedia.org/wiki/The_Miller,_his_Son_and_the_Donkey)

Stand: 12. Oktober 2026
